Katheterismus

-         Die Kathetergröße ist abhängig vom Alter des Patienten

o       Bei Neugeborenen werden Magensonden mit 5-6 Charriere genommen

o       Kinder bekommen Katheter zwischen 8 und 12 Charriere

o       Erwachsene bekommen Katheter zwischen 10-18 Charriere (Frauen kleiner als Männer)

-         Risiken bei zu großem Katheter

o       Größeres Verletzungsrisiko bereits beim Legen

o       Reizung der Schleimhaut bis zur Entzündung, Perforation

o       Starkes Fredmkörpergefühl

-         Risiken bei zu kleinem Katheter

o       Gefahr der Verstopfung

-         Tiemann-Katheter – für Jungen und Männer, gebogene Spitze nach oben einführen

-         Nélaton-Katheter – für Mädchen und Frauen, gerade Spitze

-         Kathetermaterial

o       PVC – Kunststoff

§         Enthält Weichmacher (Krebsverdächtig)

§         Für Einmalkatheterismus

o       Silikon

§         Für Dauerkatheterismus geeignet (Wochen)

§         Keine Weichmacher

§         Kein Fremdkörpergefühl

§         Weniger Allergien

§         Biostabil und biokompatibel

o       Latex

§         Für Kurzzeitdrainiagen (8-14 Tage Liegedauer)

-         Katheterarten

o       1 Lumen für Einmalkatheterismus

o       2 Lumen für Dauerkatheterismus – zum Aufblocken

o       3 Lumen für Blasenspülung – zum Aufblocken und für die Spülflüssigkeit

o       Thermistor – Katheter mit integrierte Temperaturmesssonde

Transurethrale Ableitung

-         durch die Harnröhre hindurch

-         nach Arztanordnung / Delegation an examiniertes Pflegepersonal (Durchführungsverantwortung)

-         Indikationen

o       Komatöse Patienten (Bilanzierung / Intensivstation)

o       Querschnittsgelähmte (Intermittierende Selbstkatheterisierung)

o       Vor langen OPs

o       Blasenspülung

o       Harnverhalt (nach OP / nach DK-Entfernung)

o       Einbringen von Medikamenten

o       Diagnostische / therapeutische Katheterisierung

o       Blasenentleerungsstörung

o       Harnabflussstörungen (Stenosen)


-         Kontraindikation

o       Immobilität / Bettlägerigkeit / Bequemlichkeit ist kein Grund für einen Katheter

o       Gerinnungsstörungen

o       Anatomische Veränderungen

o       Starke Urethritis

-         Risiken / Komplikationen

o       Infektionsgefahr

o       Verletzungen der Harnröhre / Blase

-         Vorbereitung

o       Aufklärung des Patienten

o       Besteht Kontraindikation, Allergie?

o       Intimsphäre schützen, gleichgeschlechtliches Pflegepersonal

o       Kein Durchzug, angenehme Raumtemperatur, ausreichend Licht

o       Gründliche Intimpflege

o       Lagerung – Rückenlage, Beine aufgestellt, leicht gespreizt (Eventuell Kissen unter das Gesäß, auf den Gyn-Stuhl)

o       Mit zwei Pflegepersonen arbeiten

-         Durchführung

o       Händedesinfektion und Schutzkittel anziehen

o       Katheterset aus der Vepackung nehmen und auf die Arbeitsfläche stellen

o       Händedesinfektion

o       Steriles Arbeitsfeld schaffen – Katheterverpackung an den Rändern öffnen (Zipfeltechnik)

o       Steril eingepackte Materialien öffnen und auf das sterile Arbeitsfeld abwerfen

o       Pflaumentupfer mit Desinfektionsmittel tränken

o       Ggf. Spritze zum Blocken vorbereiten


o       Durchführung bei der Frau

§         Schutzunterlage und Lochtuch dem Katheterset entnehmen, ohne die sterile Fläche und die übrigen Materialien zu berühren

§         Sterile Unterlage unter das Gesäß legen

§         Händedesinfektion

§         Steriles Lochtuch auflegen, Tuch nur an den Rändern anfassen – Vulva muss gut sichtbar sein

§         Händedesinfektion und sterile Handschuhe anziehen

§         Wenn ein Dauerkatheter gelegt werden soll – Katheter auf der Arbeitsfläche mit dem Urinauffangsystem verbinden

§         Spritze mit dem anästhesierenden Gleitgel öffnen und auf die Arbeitsfläche geben und Katheter durchziehen oder direkt auf die spitze geben – Öffnungen nicht verschließen

§         Sterile Schale auf die Schutzunterlage zwischen die Beine der Patientin stellen

§         Eine Hand spreizt die Labien, diese verbleibt in dieser Position

§         Mit Tupfern die Region reinigen

·        Für jeden Wischvorgang 1 Tupfer

·        Von der Symphyse zum Anus

·        1. und 2. Tupfer Desinfektion der großen Labien

·        3. und 4. Tupfer Desinfektion der kleinen Labien

·        5. Tupfer – Desinfektion der Harnröhrenöffnung

·        6. Tupfer – verbleibt während des Katheterisierens vor der Vaginalöffnung zur Vermeidung von Sekretaustritt

§         Vorgehen mit der Pinzette – die Tupfer werden mit der Pinzette entnommen – Non-Touch-Technik

§         Vorgehen mit behandschuhter Hand – die Pflegeperson trägt an der freien / arbeitenden Hand zwei sterile Handschuhe übereinander, so dass der obere nach der Reinigung abgestreift werden kann (Assistenzperson)

§         Einwirkzeit des Desinfektionsmittels beachten

§         Katheter, ggf. mit dem angeschlossenen Urinauffangsystem, von der Arbeitsfläche nehmen

§         Katheter vorsichtig in die Harnröhrenöffnung einführen und vorschieben bis Urin abläuft

§         Bei Widerstand den Vorgang abbrechen

§         Beim Einmalkatheterisieren

·        Urin in die große Kammer der Auffangschale oder eine Nierenschale ablaufen lassen, dabei eventuell von außen leichten Druck auf die Blase ausüben

·        Wenn kein Urin mehr abfließt den Katheter wieder entfernen

§         Beim Dauerkatheter

·        Sobald Urin fließt, den Katheter noch etwas weiter vorschieben und anschließend den Ballon blocken (beim Erwachsenen 8-10 ml Aqua, bei Kindern 2-5 ml Aqua, abhängig vom Alter)

·        Nach dem Aufblocken den Katheter vorsichtig auf den Blasengrund zurückziehen


o       Durchführung beim Mann

§         Lagerung: Rückenlage, Beine leicht gespreizt

§         Schutzunterlage unterlegen

§         Lochtuch so auflegen, dass nur der Penis freiliegt / Tuch ohne Loch nur auf die Oberschenkel legen – Tuch immer nur an den Rändern anfassen

§         Händedesinfektion und anziehen der sterilen Handschuhe

§         Weiteres Vorgehen wie bei der Frau, bis zum Auffanggefäß zwischen die Beine stellen

§         Mit einer Hand den Penisschaft fassen und den Penis strecken – Vorhaut zurückschieben

·        Nicht bei Jungen in den ersten 2 Lebensjahren, da sie eine Physiologische Enge der Vorhaut haben

§         Desinfektion von der Harnröhrenöffnung ausgehend in Richtung Glanzfurche

§         Der 3. Tupfer wird zum Desinfizieren der Harnröhrenöffnung benutzt

§         Einwirkzeit beachten

§         Gleitmittel auf die Harnröhrenöffnung und langsam in die Harnröhre instillieren

§         Penis auf einer sterilen Kompresse ablegen und Gel wirken lassen

§         Katheter entnehmen – Die Spitze des Tiemann-Katheters zeigt nach oben und darf während des Einführens nicht gedreht werden – Verletzungsgefahr!

§         Penis anheben und leicht strecken, um die physiologische Krümmung zu überwinden

§         Katheter mit oder ohne Pinzette in die Harnröhrenöffnung einführen

§         Während des Weiterschiebens wird der Penis gesenkt (Beim Erwachsenen nach ca. 10 cm, wenn ein geringer Widerstand zu spüren ist)

§         Katheter soweit schieben, bis Urin abläuft

§         Bei starkem widerstand oder bei Schmerzen Vorgang abbrechen

-         Nachbereitung

o       Tupfer entfernen / Vorhaut zurückschieben

o       Material entsorgen

o       Intimpflege

o       Bequem lagern

o       Menge etc. dokumentieren

o       Urin Stix (Infektion)

 

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