Urin - Beobachtung

Urinmenge

-         Abhängig von

o       Trinkmenge

o       Alter

o       NierenleistungFlüssigkeitsabgabe über Haut, Atmung, Stuhl (Perspiratio insensibilis und sensibilis)

-         Je älter, umso mehr Einfuhr = Ausfuhr

-         Die Harnblase hat ein Fassungsvermögen von maximal 1 Liter

Urinfarbe

-         Normaler Urin

o       Je konzentrierter der Urin, umso dunkler wird er

-         Physiologische Abweichungen

o       Blassgelb – Viel getrunken

o       Dunkelgelb – wenig getrunken

o       Rot bis Gelb – Rote Beete gegessen

o       Gelbbraun – Rhabarber gegessen

o       Leuchtend gelb – Vitamin B

-         Ein rötlicher Hof in der Windel bei einem Säugling ist das sogenannte Ziegelmehlsediment und wird verursacht durch die Ausfällung von Harnsäuresalzen

-         Urin, der länger stehen bleibt wird eher trüb


Pathologische Abweichungen der Urinfarbe

-         Hämaturie

o       Farbe: rötlich bis fleischfarben, trüb

o       Ursache: Beimengung von Erythrozyten, z.B. durch Blasensteine oder blutende Tumoren

o       Makrohämatomurie: Blut ist mit dem bloßen Auge sichtbar

o       Mikrohämatomurie: Blut kann nur durch Teststreifen oder mikroskopisch nachgewiesen werden

-         Hämoglobinurie

o       Farbe: rötlich (bis schwärzlich) ohne Trübung

o       Ursache: Beimengung von gelöstem Hämoglobin (Blutfarbstoff) aufgrund einer Hämolyse (Zerstörung von roten Blutkörperchen) z.B. bei Transfusionszwischenfällen, Arzneimittel- oder Nahrungsmittelallergien

-         Bilirubinurie

o       Farbe: gelbbraun / bierbraun bis dunkelbraun / grünlich schwarz, gelblicher Schaum beim Schütteln (Schüttelschaum)

o       Ursache: Vermehrte Ausscheidung von Bilirubin durch Erkrankungen der Leber und Gallenwege, z.B. Hepatitis und Leberzirrhose

o       Meistens ist auch ein Ikterus beobachtbar

-         Phosphaturie

o       Farbe: milchig-trüb (Milchpisser)

o       Ursache: Ausfall von Calcium- oder Magnesiumphosphaten in Folge von Hungerzuständen, erschöpfender Muskelarbeit oder alkalischer Kost

-         Bakteriurie

o       Farbe: trüb

o       Ursache: Harnwegsinfektionen

-         Pyurie / Eiterharn

o       Farbe: schlierig, flockig

o       Ursache: Beimengung von Granulozyten bei eitrig-entzündlichen Erkrankungen des Urogenitalsystems

-         Proteinurie

o       Farbe: trüb, undurchsichtig, schlierig, flockig

o       Ursache: Beimengung von Eiweiß, ohne Krankheitswert bei Fieber, Kälte oder körperlicher Anstrengung, pathologisch durch eine Schädigung der Nierenkörperchen durch eine Entzündung oder durch einen erhöhten Bluteiweißspiegel

o       Bei gleichzeitigem Eiweißmangel im Blut können Ödeme auftreten

Urinzusammensetzung

-         Urin besteht zu 95-98% aus Wasser

-         Elektrolyte

-         Harnpflichtige Substanzen / Stoffwechselendprodukte – Harnstoff, Harnsäure, Kreatinin

-         Säuren und Salze

-         Hormone, Enzyme, Vitamine, Farbstoffe


Uringeruch

-         Frischer Urin riecht nicht unangenehm

-         Der typische Uringeruch wird hervorgerufen durch Harnsäure und Ammoniak

-         Urin, der länger steht reicht säuerlich bis stechend – dieser typische Ammoniakgeruch wird hervorgerufen durch die Zersetzung des Harnstoffes

-         Bestimmte Nahrungsmittel und Medikamente können den Uringeruch ebenfalls beeinflussen

-         Übelriechender Urin deuten auf bakterielle Infektion der Harnwege hin, da diese den Urin zersetzen

-         Säuerlicher Geruch, obstartig – Stoffwechselstörungen, Diabetes mellitus

-         Faulig – zerfallende Blasentumore

Urinreaktion

-         Normaler pH-Wert – schwach sauer 5-6

-         Verschiebung in den sauren Bereich

o       Fieber

o       Diarrhö

o       Verschiedene Azidosen

o       Eiweißzerfall (Tumore – Strahlentherapie)

o       Eiweißreiche / Gemischte Kost

-         Verschiebung in den alkalischen Bereich

o       Bakterielle Infektionen der Niere und Harnwege

o       Starkes Erbrechen

o       Respiratorische oder metabolische Alkalose

o       Kohlenhydratreiche / rein pflanzliche Kost

Miktionsstörungen

-         Störungen der Miktion beziehen sich auf die Art und die Häufigkeit der Harnentleerungen, auf Schmerzen bei der Miktion und auf die Veränderung des Harnstrahls

-         Polyurie

-         Oligurie

-         Anurie

-         Pollakisurie

-         Nykturie

-         Dysurie

-         Strangurie

-         Harnretention / Harnverhalt

-         Harninkontinenz

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