Anatomie

Anatomie

Nahrung dient der Energiebereitstellung. Das ist nur möglich durch mechanischen und chemischen Abbau und durch Diegstion - Abbau der Nahrung in aufnahme- / resorptionsfähige, kleine Bestandteile. Wenn die Bestandteile genügend zerkleinert sind, folgt die Resorption - Aufnahme der Moleküle aus dem Darm in Blut- und Lymphgefäße.

Der Verdauungstrakt verläuft vom Mund bis zum Anus. Er dient dem Weitertransport und der Durchmischung mit Verdauungssekreten - Speichel, Magensaft, Gallenflüssigkeit, Pankreassekret - das sind ungefähr 7-8 l Flüssigkeit plus 2 l Getränke. Diese muss auch wieder rückresorbiert werden.

Der Kehlkopf dient dazu, die unteren Luftwege zu verschließen, während die Nahrung in die Speiseröhre gleitet. Er besteht aus 3 unpaarigen und 1 paarigen Knorpeln. Die unpaarigen Knorpel sind der Schildknorpel, der Kehlkopfdeckel (Epiglottis) und der Ringknorpel. Paarig ist der Stellknorpel.

Beim Schlucken wird der Weg zur Nase durch den weichen Gaumen versperrt, der gegen die hintere Rachenwand drückt. Durch den Zug der Mundbodenmuskulatur wird der Kehlkopf angehoben und der Kehlkopfdeckel heruntergeklappt, um die Luftröhre zu verschließen.

Wandaufbau des Verdauungstraktes

Von innen nach außen gibt es folgende Schichten:

Mukosa

Die Mukosa ist eine Schleimhaut. Sie besteht aus Epithelschicht, lockerem Bindegwebe und einer Schleimhautmuskelschicht.

Submukosa

Die Submukosa ist eine Bindegewebsschicht. Darin befinden sich Nervenfasern (Plexus submucosus) und Blutgefäße.

Muskularis

Die Muskularis ist eine Muskelschicht. Sie besteht im Rachen aus quergestreiften Muskeln, ansonsten aus glatten Muskeln. Die innere Ringmuskulatur presst den Schlauch zusammen und zeiht sich sozusagen in die Länge. Die äußere Längsmuskulatur verkürzt durch Kontraktion den Schlauch in der Länge.

Serosa oder Adventitia

Die Serosa ist die äußerste Schicht für Organe, die innerhalb der Bauchhöhle liegen.

Die Adventitia kommt bei Organen vor, die nicht in der Bauchhöhle liegen. Es ist eine bindegewebige Schicht, die Verbindung zu benachbarten Organen herstellt.

Die Bauchhöhle

Die Bauchhöhle wir nach vorne durch die Bauchmuskulatur begrenzt. Nach hinten begrenzt die Rückenmuskulatur. Nach oben bildet das Zwerchfell die Grenze und nach unten der Beckenboden.

Die Bauchhöhle ist ausgekleidet von Bauchfell - Peritoneum. Intraperitoneal liegen Organe innerhalb des Bauchfells. Extra- oder Retroperitoneal liegen Organe außerhalb, hinter dem Bauchfell zum Rücken hin. Das sind z.B. Nieren, Bauchspeicheldrüse und Teile des Darms.

Blutgefäße für den Magen-Darm-Trakt

Der Truncus coeliacus ist ein Abgang von der Aorta und versorgt Magen, Leber und Milz.

Die A. mesenterica sup. ist ebenfalls ein Abgang von der Aorta und versorgt Dünndarm und Teile des Dickdarms.

Die A. mesenterica ist auch ein Abgang von der Aorta und versorgt weitere Teile des Dickdarms sowie das Rektum.

Die dazu gehörenden Venen sind V. mesenterica sup. und inf. und die V. linealis. Sie sammeln das Blut aus dem Magen-Darm-Trakt und fließen über die V. portae zur Leber und von dor zum Herzen in den Blutkreislauf.

Ösophagus - Speiseröhre

Der Ösophagus ist ungefähr 25-30 cm lang. Er verbindet Rachen und Magen, beginnt am unteren Rachen (Pharynx) ungefähr auf Höhe des 6. Halswirbels und endet ungefähr auf Höhe des 10. - 12. Brustwirbels. Er besteht aus drei Teilen: ein kurzer Halsteil, ein Brustteil (auf Höhe von Herz, Aortenbogen), tritt dann durch das Zwerchfell am Hiatus oesophageus und es folgt ein kurzer Bauchteil. Außerdem hat er drei Engstellen, wo nicht so stark aufgedehnt werden kann und wo häufiger Krankheitserscheinungen auftreten. Die obere Enge ist auf Höhe des Ringknorpels - Ösophagusmund, die mittlere Enge ist die Aortenenge und die untere Enge ist die Zwerchfellenge.

Die Wand ist ein mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel. Die Muskularis besteht im oberen Drittel aus quergestreifter Muskulatur und danach aus glatter Muskulatur. Beim Übergang in den Magen befindet sich verdrehte, dickere / stärkere Muskulatur um eine Art Verschluss zu bilden. An den Engen ist ein stärkerer Tonus, um nicht zu viel Luft in den Magen zu bekommen. Die äußerste Schicht ist die Adventitia.

Der Transport findet über Peristaltik statt. Oben zieht sich die Ringmuskulatur zusammen und die Speiseröhre wird enger. Unten zieht sich die glatte Muskultur zusammen, der Ösophagus wird kürzer, aber breiter. Dadurch entsteht die sogenannte peristaltische Welle.

Gaster - Magen

 

Der Magen ist eine sackförmige Erweiterung, sozusagen ein Auffangbehälter, der den Nahrungsbrei aufnimmt. Hier wird die Nahrung weiter zerkleinert, mechanisch und chemisch (Enzyme). Der Nahrungsbrei wird mit dem Magensaft vermischt, dadurch wird die Verdauung fortgesetzt. Außerdem findet auch eine Desinfektion statt, so dass keine vermehrungsfähigen Keime mehr da sind. Nach der Zerkleinerung und Desinfektion wird der Nahrungsbrei an den Dünndarm abgegeben. Die Form des Magens ist abhängig von der Füllungsmenge und der Körperlage. Der Magen kann ungefähr 2 Liter fassen.

Der Magen liegt intraperitoneal, in der Bauchhöhle. Er hat zwei Mesogastrien - Aufhängebänder. Eines verläuft in Richtung Milz, das andere in Richtung Leber. Sie führen Gefäße zum Magen. Die Kardia ist der Mageneingang. Hier mündet der Ösophagus in den Magen. Der Übergang ist durch sogenannte sphinkter verschlossen. Der Fundus liegt knapp über der Kardia. Hier sammelt sich die Luft. Darunter befindet sich der Corpus. Hier sammelt sich der Nahrungsbrei. Der Corpus geht in das Antrum über und am Pylorus wird danach die Nahrung ausgeschleust in den Dünndarm. Der Magen hat eine eher gebogene Form. Dadurch kann man auf der einen Seite die Curvatura minor - kleine Magenrundung und auf der anderen Seite die Curvatura major - große Magenrundung feststellen.

Magenwand

Die Magenschleimhaut ist ca. 1-2 mm dick. Sie besteht aus hochprismatischem Zylinderepithel und ist in tiefe Falten gelegt. Sie hat Täler. An der kleinen Magenrundung befindet sich in einem solchen Tal die Magenstraße. Sie ist die kürzeste Verbindung zwischen Kardia und Pylorus. Hierüber kann Flüssigkeit auch bei einem stark gefüllten Magen schnell wieder ausgeschleust werden. Außerdem hat die Magenschleimhaut Grübchen. Das sind die Ausführungsgänge der Magendrüsen. Die Grübchen sind schlitzförmig und werden Foveolae gastricae genannt. Der Magensaft wird über Drüsen hauptsächlich in Fundus und Corpus abgegeben. Die Hauptzellen liegen im mittleren Bereich und in der Tiefe der Drüse. Sie bilden Pepsinogen, die Vorstufe des eiweißspaltenden Enzyms Pepsin. Die Belegzellen im mittleren Abschnitt bilden Salzsäure (HCl) - Magensäure. Außerdem bilden sie den Intrinsic-Faktor, der wichtig ist für die Aufnahme von Vitamin B 12. Die Nebenzellen sitzen im Drüsenhals. Sie produzieren Schleim und Bicarbonat (HCO3-). Im Bereich der Kardia liegen weniger Drüsen, die Schleim produzieren. Sie dient eher als Schutz vor Rückfluss in den Ösophagus. In Antrum und Pylorus gibt es in den Drüsen G-Zellen. Diese bilden Gastrin. Das regt die Magensaftbildung und die Magenmotorik an.

Um die Magenschleimhaut liegt die Submukosa. Darum herum liegt dieMukskularis. Sie hat ganz innen noch zusätzlich quergestreifte Muksulatur. Darum befindet sich Ringmuskulatur und ganz außen Längsmuskulatur. Außerdem befindet sich außen die Serosa.

Magensaft

Die Magensäure besteht aus Salzsäure. Der pH-Wert liegt bei 1, wird aber durch den Mageninhalt auf 3-4 gepuffert. Die Magensäure denaturiert Eiweiße - die dreidimensionale Struktur wird aufgebrochen, damit das Pepsin besser arbeiten kann.Außerdem dient die Magensäure als Desinfektionsmittel und sorgt für einen keimfreien Magen.

Aus den Drüsen wird Pepsinogen abgesondert. Durch den pH-Wert unter 6 durch die Magensäure, wird das Pepsinogen in Pepsin umgewandelt und kann so die Eiweiße spalten.

Schleim und Bicarbonat bilden einen geschlossenen Film auf der Schleimhaut, um sie vor Magensäure und Pepsin zu schützen, das ist ein Schutz vor Selbstverdauung, Zersetzung der Magenwand.

Magensäure und Pepsin sind sehr aggressiv, Schleim und Bicarbonat dienen dem Schutz. Ein gestörtes Gleichgewicht führt zu Entzündungen und Magengeschwüren. So ein gestörtes Gleichgewicht kann durch Medikamente, Alkkohol, Koffein oder Stress entstehen. Wichtig ist außerdem eine gute Schleimhautdurchblutung und die Regenrationsfähigkeit der Epithelien.

Der Intrinsic-Faktor dient der Aufnahme von Vitamin B 12.

Steuerung der Magensaftsekretion

1. Kephale Phase (nervale Phase)

Geruch, Geschmack, Gedanken, optische Reize etc. regen die Magensaftsekretion an. Das ist konditionierbar (lernbar) und wird reflektorisch über den Nervus vagus gesteuert (über den Parasympathicus des vegetativen Nervensystems). Über Gastrinfreisetzung wird die Magensaftsekretion angeregt und die Magenmotorik  gesteigert. Das dient zur Vorbereitung des Magens.

2. Gastrische Phase

Es ist Nahrung im Magen. Mechanisch wird ein Dehnungsreiz ausgelöst. Eine chemische Reizung entsteht durch angedaute Eiweiße, Alkohol, Koffein, Gewürze. Die Gastrinfreisetzung steigt. Sobald der pH-Wert unter 3 sinkt, wird die Magensäure-Bildung gehemmt.

3. Intestinale Phase

Auch die Zustände im Dünndarm spielen eine Rolle bei der Magensaftsekretion. Ist nicht saurer Nahrungsbrei im Dünndarm, ist zu wenig Magensaft vorhanden und die Bildung wird angeregt. Ist der Nahrungsbrei sauer genug, wird Sekretin freigesetzt. Das hemmt die Salzsäure-Bildung und die Magenentleerung, damit der Dünndarm erstmal die Portion verdauen kann und nicht übersäuert wird.

Magenmotorik

Wenn der Magen leer ist, liegen die Innenwände des Magens aneinander. Wird er gefüllt, steigt der Füllungsdruck und die Muskulatur erschlafft. Dann ist mehr Platz für Speisebrei vorhanden. Durch Gastrin und die Aktivierung über den Nervus vagus wird auch die Magenmotorik angeregt. Die dann ablaufenden Muskelkontraktionen dienen der Durchmischung und dem Weitertragen des Speisebreis zu Antrum und Pylorus. Dadurch wird die Nahrung weiter zerkleinert. Am Pylorus wird die Nahrung portionsweise an den Dünndarm abgegeben. Die Verweildauer im Magen ist abhängig von der Zusammensetzung der Nahrung. Kohlenhydrate werden am schnellsten weitergeleitet (1-2 Std.). Eiweiße brauchen ungefähr 3-5 Std. und Fette brauchen mehr als 5 Std.

Beim Erbrechen müssen die Sphinkter geöffnet sein, Nase und Luftröhre müssen verschlossen sein. Kontraktion der Bauchmuskulatur und des Zwerchfells führt zum Erbrechen.

Dünndarm

Der Dünndarm ist ungefähr 3-4 m lang. Die Länge ist abhängig vom Kontraktionszustand der Längsmuskulatur. Der Durchmesser ist ungefähr 2,5 cm. Er dient zur weiteren Verdauung, zur Resorption der Nahrungsbestandteile ins Blut und der Zuführung von Gallensaft (aus der Leber) und Bauchspeichel (Pankreassekret). Man kann ihn in Duodenum, Jejunum und Ileum unterteilen.

Duodenum - Zwölffingerdarm

Das Duodenum ist ungefähr 25-30 cm lang (so lang wie zwölf Finger) und C-förmig. Er umschließt den Pankreaskopf und beginnt am Pylorus. Außerdem wechselt er zwischen innerhalb und außerhalb der Bauchhöhle, größtenteils liegt er retroperitoneal. Hier wird Gallensaft aus dem Ductus choledochus und Pankreas-Sekret aus dem Ductus pancreaticus zugeführt. Die beiden Säfte werden zusammengeführt und münden in die Papilla duodeni major (Papilla vateri). Es gibt Verschlüsse, die verhindern, dass zu viel Galle bzw. Pankreas-Selret in das Duodenum fließen und dass die Säfte in die falschen Gänge fließen. Der Übergang zwischen Duodenum und Jejunum wird Flexura duodenijejunalis genannt.

Jejunum und Ileus

Zwischen Jejunum und Ileus gibt es keine scharfen Grenzen. Beide liegen intraperitoneal. Ihr Aufhängeband ist das Mesenterium. Es versorgt den Darm mit Blut und Nährstoffen.

Dünndarm - Schleimhaut

Je mehr Fläche, umso besser klappt die Resorption (Aufnahme). Darum hat die Schleimhaut verschiedene Arten der Oberflächenvergrößerung. Dadurch wird sie um ungefähr das 600 fache vergrößert, bis zu 200 m², auf jeden Fall aber deutlich über 100. Zur Oberflächenvergrößerung gibt es zunächst die Kerckring-Falten. Sie sind ringförmig angeordnet und bleiben auch bei Dehnung des Darms bestehen. Sie sind ungefähr 1 cm tief. Die Zotten sind blattartige Ausstülpungen auf den Falten. Auf den Zotten sitzen Mikrovilli in Richtung Darmlumen. Außerdem gibt es noch die Krypten, das sind Vertiefungen in den Falten. Hier besteht die Haut aus einschichtigem Epithelgewebe.

Auf der Schleimhaut gibt es resorbierende Epithelzellen mit Mikrovilli, sezernierende (freisetzende/bildende) Epithelzellen, schleimbildende Becherzellen in den Lieberkinndrüsen in den Krypten und Brunnerdrüsen nur im Duodenum meist tief in der Darmwand, bis in die Submukosa, sie bilden alkalisches, muköses Sekret.

Das Schleimhaut-Bindegewebe ist ein Netz von Blutkapillaren zur Aufnahme von Nährstoffen aus dem Darm. Das Blut fließt anschließend zur Leber. Außerdem befindet sich in jeder Zotte ein zentrales Lymphsystem zur Aufnahme von Fetten. Die Schleimhaut-Muskelschicht aktiviert die Zottenpumpe. Durch Kontraktion ziehen sie sich zusammen. Durch arteriellen Blutstrom werden sie wieder aufgerichtet.

Im Duodenum findet die Hauptresorption statt. Hier befinden sich zahlreiche hohe Falten, viele blattartige Zotten, flache Krypten und Brunner-Drüsen.

Im Jejunum gibt es viele hohe Falten und Zotten, die in Richtung Ileum flacher bzw. kleiner und weniger werden. Die Krypten sind tiefer und es gibt Solitärfollikel (lymphatisches Gewebe) – einzeln verstreute Lymphozyten.

Im Ileum verschwinden die Falten und Zotten immer mehr. Dafür gibt es hier mehr Becherzellen – mehr sezernierendes Epithel und weniger resorbierendes Epithel. Außerdem gibt es mehr Lymphozyten, lymphatisches Gewebe.

Die Submukosa enthält größere Arterien.

Dünndarm - Muskulatur

Die Muskulatur dient dem Weitertransport und der Durchmischung mit Gallensäften und Pankreassekret. Die Pendelperistaltik ist die abschnittsweise Kontraktion der Längsmuskulatur. Dadurch wird das Darmrohr über dem Nahrungsbrei verschoben. Bei der Segmentationsperistaltik kontrahiert sich die Ringmuskulatur und bildet so einzelne Segmente. Die Zottenpumpe verursacht stempelartige Bewegungen, indem die Zotten erst abgeknickt werden und durch einen neuen Blutstrom wieder aufgerichtet. Zwei bis drei mal täglich kommt es außerdem zur Massenbewegung. Hierbei wird der Darminhalt in Richtung Rektum verschoben. Bei ausreichendem Volumen wird Stuhlgang ausgelöst. Der myoelektrische Motorkomplex verursacht kräftige peristaltische Wellen über Magen und Dünndarm (auch) im verdauungsfreien Intervall, um Verdauungsreste weiterzubewegen.

Verdauungssekrete

Bisher wurden Eiweiße im Magen gespalten und Kohlenhydrate. Im Darm wird aus den Brunner- und Lieberkiehndrüsen Darmsaft abgegeben. Davon gibt es pro Tag ungefähr 2 Liter. Der Darmsaft ist ein muzinhaltiges, schleimiges Sekret. Er überzieht die Epithelzellen als Schutz vor Enzymen und hat eine Transportfunktion.

Die Galle wird von der Leber gebildet, jeden Tag ungefähr ein halber Liter. Es ist eine gelbe Flüssigkeit. Über die Gallengänge und die Papilla duodenimajor wird sie ins Duodenum abgegeben. Da die Galle kontinuierlich gebildet wird, wird sie entweder bei Verdauung abgegeben oder durch Rückstau in der Gallenblase gespeichert. Die Inhaltsstoffe sind Gallensäure, Cholesterin, Lecithin, Bilirubin (Gallenfarbstoff, entsteht durch den Abbau des Hämoglobins), Wasser, Elektrolyte (körpereigene und körperfremde Stoffe, Medikamente, Hormone, Stoffwechselprodukte, die über die Galle ausgeschieden werden).

Die Gallensäuren verteilen die Fette feiner, die Fette werden emulgiert. Dadurch sind sie besser von den Lipasen (fettspaltende Enzyme) angreifbar und können besser an den Mikrovilli resorbiert werden. Die Gallensäuren werden im terminalen Ileum resorbiert und wieder der Leber zugeführt. Dieser Weg nennt sich enterohepatischer Kreislauf.

Die Stimulation der Gallenbildung: Gallensäuren, die über den enterohepatischen Kreislauf zurück gelangen, Sekretin, N. vagus und erhöhte Leberdurchblutung führen während der Verdauungsphase zur Gallenbildung und die Galle geht über die Papilla duodenimajor in das Duodenum. Während der verdauungsfreien Phasen fließt die Galle in die Gallenblase. Bei Bedarf kommt es zur Kontraktion der Gallenblase und Erschlaffung des Sphinkters. Durch das Hormon Cholecystokinin (CCK; = Pankreozymin) gelangt Galle aus der Gallenblase ins Duodenum.

Vom Pankreas-Sekret werden täglich etwa 1,5 Liter gebildet. Das Pankreas-Sekret ist bikarbonat-reich. Das Bikarbonat alkalisiert den Nahrungsbrei auf einen pH von ungefähr 8. Außerdem enthält das Pankreas-Sekret viele Enzyme (für alle Nährstoffgruppen). Proteinspalter sind Trypsin und Chymotypsin, die durch Enteropeptidase aus Trypsinogen und Chymotrypsinogen gebildet werde, Carboxypeptidase und Aminopeptidasen. Sie spalten die Proteine in immer kleinere Teile, bis nur noch einzelne Aminosäuren vorhanden sind. Außerdem gibt es auch Kohlenhydratspalter wie die a-Amylase, die Stärke in Einfachzucker spaltet und Fettspalter wie die Lipase, die wirkungsvoll mit den Gallensäuren Fette in kleinere Moleküle spaltet. Die Aminosäuren, Einfachzucker und "Fett"moleküle werden resorbiert.

Wird Sekretin freigesetzt, wird bikarbonatreiches Pankreas-Sekret gebildet, das Pankreozymin sorgt für die Bildung von enzymreichem Gallensekret. Das Zusammenspiel von Pankreas und Galle ist sehr wichtig für die Fettspaltung.

 Die kleinsten Teile werden in das Kapillarsystem aufgenommen, über die Mikrovilli der Epithelzellen, in das zentrale Lymphsystem werden nur die größeren Bestandteile (Fette) aufgenommen. Die Resorption findet hauptsächlich im Duodenum statt. im Jejunum nimmt sie bereits ab und im Ileum findet sie kaum noch statt, hier werden hauptsächlich Wasser, Elektrolyte, Gallensäure und Vitamin B12 resorbiert.

Eine Störung der Verdauung, bzw. Spaltung wird Maldigestion genannt. eine Störung der Resorption wird Malabsorption genannt.

Dickdarm - Colon

Der Dickdarm ist 1,2 bis 1,5 m lang. Der letzte abschnitt wird Rektum genannt und ist 15-20 cm lang. Der Dünndarm mündet schräg von unten in den Dickdarm. In der Nähe liegt auch der Blinddarm - Zäkum. Das ist der Teil, der den Abschluss des Dickdarms bildet. An ihm befindet sich der Wurmfortsatz - Appendix vermiformis. Er ist durchschnittlich ca. 8 cm lang und häufig nach hinten hoch geschlagen. Er besteht aus lymphatischem Gewebe. Der Dünndarm wird von der Ileozäkalklappe verschlossen.

Er geht über in den Colonascendens. Dieser wird an der Flexuracoli dextra (rechter Knick) in das Colon transversum weitergeleitet. An der Flexuracoli sinistra (linker Knick) schließt das Colon descendens an, das ist der absteigende Teil, der vom Dünndarm bedeckt ist. Daran schließt das Colon sigmoideum oder Sigma an, welches s-förmig ist und in das Rektum übergeht. Colon ascendens und descendens liegen retroperitoneal, Colon transversum und sigmoideum liegen intraperitoneal und haben ein Aufhängeband.

Besonderheiten Dickdarm

Die Längsmuksulatur ist zu drei Bändern, sogenannten Tänien zusammengefasst, die ca. 1 cm breit sind. Die Ringmuskulatur kontrahiert abschnittsweise, wo sie schlaff ist,buchtet sie aus. Die Ausbuchtungen werden Haustren genannt. Dadurch wird die Verweildauer erhöht.Der Dickdarm hat außerdem zipfelförmige Fettanhängsel, sogenannte Appendix epiploicae. Das sind Ausstülpungen der Serosa, die Fett einlagern.

Die Schleimhaut des Dickdarm hat keine Zotten, aber tiefe Krypten und besteht aus sezernierendem (sekretbildendem) Epithel. In der Epithelschicht liegen die Becherzellen. Sie produzieren mukösen Gleitschleim, der als Schutz der Epithelien vor mechanischen Schäden dient. Außerdem hat die Epithelschicht Mikrovilli und ist resorbierend. Durch Resorption von Wasser und Elektrolyten kommt es zur Eindickung des Nahrungsbreis zu Kot. Außerdem gibt es Lymphfollikel, die Abwehrmechanismen erfüllen.

Das Rektum

Das Rektum ist 15-20 cm lang und s-förmig. Es folgt der Konvexität des Kreuzbeins, zieht durch den Beckenboden und endet mit dem Anus. Das Rektum liegt extra- und subperitoneal. Es hat keine Haustren und keine Tänien. Im oberen Bereich befindet sich die Ampulle - Ampulla recti. Sie ist stark erweiterungsfähig und dient der Sammlung von Kot über Stunden bis Tage. Nach der Ampulle schließt sich der Analkanal (Canalis analis) an. Er ist nur wenige cm lang und die Darmwand ist hier verdickt. Der Analkanal hat eine Verschlussfunktion.

Im oberen Teil befindet sich noch Colonschleimhaut, die im unteren Teil in die äußere Haut übergeht. Die äußere Haut ragt ein Stück in den Darm.

Das Rektum verfügt über verschiedene Verschlussstrukturen. Venengeflechte stehen in Kontakt mit arteriellen Gefäßen. Dadurch entstehen arteriovenöse Schwellkörper. Die Muskulatur bildet eine andere Verschlussstruktur. Der innere Sphinkter (Schließmuskel) M. sphincter ani internus besteht aus verstärkter Ringmuskulatur. Diese ist glatt und unwillkürlich. Der äüßere Sphinkter M. sphincter ani externus besteht aus quergestreifter Beckenbodenmuskulatur und ist steuerbar.

Der Stuhl wird zunächst in die Ampulle befördert und dort gespeichert. Ist die Ampulle voll genug, wird der Zustand durch Dehnungsrezeptoren über das Rückenmark an das Gehirn gesendet. Der innere Sphinkter erschlafft unwillkürlich. Der äußere Sphinkter wird willentlich erschlafft. Durch Kontraktion von Zwerchfell und Bauchmuskeln kommt es zur sogenannten Bauchpresse und zur Defäkation (Ausscheidung).

Die Leber

Die Leber ist die größte exokrine Drüse und wiegt ungefähr 1,5 kg. Sie liegt im rechten Oberbauch unter der Zwerchfellkuppel und zieht nach links über den Magen. Das Gewebe ist weich und verformbar. Die Leber kann die eigene Form nicht halten. Sie hat eine bräunlich-rote Farbe. Außerdem ist die durch die Rippen verdeckt, bzw. grenzt an / verläuft mit dem Rippenbogen. Beim Einatmen ist sie unter dem Rippenbogen tastbar. Die Zwerchfellfläche liegt vorne und oben und wird Facies diaphragmata genannt. Die Eingeweidefläche zeigt nach hinten und unten und wird Facies visceralis genannt. Die Leber liegt intraperitoneal und wird vom Peritoneum und von Bindegewebskapseln umgeben, außer an der Stelle, wo die Leber mit dem Zwerchfell verwachsen ist (Aria nuda). Das Ligamentum falciforme teilt die Leber in den rechten und linken Leberlappen. Hinten liegt der Lobus quadratus (quadratischer Lappen) und der Lobus caudatus (geschwänzter Lappen). Der Lobus quadratus liegt neben der Gallenblase, der Lobus caudatus liegt neben der Vena cava. Die Leberpforte ist die Ein- und Austrittsstelle für alle Gefäße und den Gallengang. Zuführende Gefäße sind die Arteria hepatica (25%) und die Vena portae (75%), die vom Darm zugeführt wird. Ausführende Gefäße sind die Gallengänge und Lymph- und Nervengefäße.

Feinbau der Leber

Die Leber besteht aus vielen kleinen sechseckigen Leberläppchen. An den Eckpunkten berühren sich jeweils 3 Leberläppchen. Diese Stellewird auch Periportalfeld genannt. Hier findet man die Glisson Trias, das sind drei Gefäßäste - ein Ast der A. hepatica, ein Ast der V. portae und ein Gallengang. Im Zentrum eines Leberläppchens findet man die Zentralvene. Rings darum liegen Leberzellen - Hepatozyten. Sternförmig um das Zentrum sind die Sinusoide angeordnet. Sie sind wie Kapillaren, nur breiter. Hier fließt Mischblut aus A. hepatica und V. portae in die Zentralvene, dadurch kriegen Leberzellen von Anfang an Blut mit weniger Sauerstoff. Die Zentralvenen fließen in größere Sammelvenen, die zu drei großen Lebervenen fließen und schließlich unter dem Zwerchfell zur V. cava inf. fließen.

Die Sinusoide bestehen aus einschichtigem Epithel - Endothel. Dazwischen befinden sich Lücken, durch die flüssige Bestandteile des Blutes zwischen die Zellen in den Dissé-Raum gelangen können. In anderen Lücken befindet sich Gallenflüssigkeit, die von den Hepatozyten gebildet und in den Interzellulärraum abgegeben wird ("Gallenkapillaren"). Tight junctions zwischen den Zellen verhindern das Zusammenkommen von Blut und Gallenflüssigkeit.

Der Weg der Gallenflüssigkeit

Die Hepatozyten bilden die Galle und geben sie in den Interzellulärraum ab. Von hier fließt die Galle in die Gallengänge zwischen den Leberläppchen. Diese fließen in den rechten und linken Gallengang - Ductus hepaticus dex / sin. Die beiden fließen zum großen Gallengang zusammen - Ductus hepaticus communis. Dieser ist ungefähr bleistiftdick und 4-6 cm lang. Von hier fließt das Blut über den Ductus cysticus (ca. 5 cm lang) zur Gallenblase. Über den Ductus choledochus gelangt die Galle zum Duodenum. Ductus hepaticus communis, cysticus und choledochus gehen ineinander über.

Die Gallenblase

Die Gallenblase ist ein ungefähr 10 cm langes Hohlorgan und teilt sich in Hals, Corpus und Fundus. Der Fundus schaut unter der Leber hervor. Die Gallenblase befindet sich auf der Eingeweide-Seite der Leber und ist bindegewebig mit der Leber verbunden und mit Schleimhaut ausgekleidet. Der Flüssigkeit wird Wasser entzogen, sie wird eingedickt und dadurch stärker konzentriert. Die Gallenflüssigkeit wird nur bei geschlossenem Sphinkter durch Rückstau in die Gallenblase geleitet. Bei fettiger Nahrung wird viel Galle benötigt.

Funktionen der Leber

Die Leber ist ein zentrales Stoffwechselorgan und hat viele Aufgaben im Protein-, Kohlenstoff- und Fettstoffwechsel.

Im Proteinstoffwechsel bildet die Leber Plasmaproteine (Albumine und Globuline). Diese sind wichtig für den kolloidosmotischen Druck. Außerdem bildet die Leber Gerinnungsfaktoren wie das Plasminogen. Die Leber baut außerdem Eiweiße um und ab, wodurch Harnstoff entsteht, der über die Niere ausgeschieden wird.

Die Leber kann Kohlenhydrate speichern, indem sie Glukose in Glykogen umwandelt. Sie führt die Glykogenolyse zur Spaltung und Erhaltung von Glukose aus. Außerdem kann sie über Gluconeogenose Glukose neubilden, indem sie z.B. Eiweiße umwandelt.

Die Leber kann Fette umbauen. Außerdem kann sie Fette abbauen und dadurch Energie gewinnen. Außerdem führt sie die Cholesterinsynthese zum Aufbau von Gallensäuren durch. Sie kann auch Fette speichern. Außerdem bildet sie Galle . Zusätzlich führt sie die Bilirubinsekretion durch - die Ausscheidung des Hämoglobin-abbauprodukts über die Galle. Sie dient außerdem zur Entgiftung für körpereigene Stoffe wie Ammoniak, Bilirubin und Hormone und für körperfremde Stoffe wie Alkohol, Farb- und Konservierungsstoffe.

Die Leber kann Eisen und Vitamine speichern, Erythrozten abbauen, wenn die Milz nicht mehr da ist und in der Fätalzeit ist sie der Ort der Blutbildung.

Pankreas

Das Pankreas liegt zentral im Oberbauch wie ein querliegender Keil. Es ist ungefähr 15-20 cm lang und ca. 80 g schwer. Außerdem liegt es retroperitoneal in Höhe des zweiten Lenedenwirbels. Es gliedert sich in Kopf, Körper uns Schwanz. Der Kopf liegt in der Duodenalschlinge, der Schwanz zieht in Richtung Milz.

Als exokrine Drüse leitet es Pankreas-Sekret über den Ductus pancreaticus zur Papilla duodeni major.

Als endokrine Drüse stellt es verschiedene Epithelkomplexe her. Hauptsächlich im Schwanzteil werden verschiedene Zelltypen gebildet. 15-20% davon sind A-Zellen. Die bilden Glucagon. Das dient dem Kohlenhydratstoffwechsel, dem Glykogenabbau und erhöht den Blutzucker. Ungefähr 70% sind B-Zellen. Sie bilden Insulin. Das ist das einzige Hormon, das den Blutzucker senkt. Der Rest sind D-Zellen, die Somatostatin bilden. Das dient zur Fettspeicherung.

 

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