Säuglingsernährung

Hilfsmittel zur Säuglingsernährung

Fläschchen gibt es in Größen zwischen 50 und 240 ml. sie können aus Glas oder Kunststoff sein.

Auch bei den Saugern gibt es verschiedene Größen, Formen und Materialien mit unterschiedlich großen Saugerlöchern.

Brusthütchen können angewandt werdne, wenn die stillende Mutter sehr flache Brustwarzen hat.

Spezialsauger werden eingesetzt, wenn das Kind eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte hat. Sie dienen dem richtigen Abschluss des Mundes zum besseren Saugen.

Eine Milchpumpe kann von der Mutter eingesetzt werden, wenn das Kind z.B.nicht an der Brust trinken kann. Damit wird die Muttermilch abgepumpt.

Zusammensetzung der Muttermilch

Die erste Muttermilch, die das Kind bekommt, wird Kolostrum oder auch Vormilch genannt. Sie ist besonders Nährstoffreich. Nach 2 Wochen wird von Muttermilch gesprochen. Sie enthält pro 100 ml ungefähr 1,2 g Eiweiß, 3,5 g Fett und 7 g Kohlenhydrate. Das Fett enthält einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Die Kohlenhydrate liegen hauptsächlich in Form von Lactose vor. Diese fördert das Wachstum des Lactobacillus bifidus. Außerdem enthält die Muttermilch Immunglobulin A, Vitamine (Vitamin K und D nicht in ausreichender Menge) und Mineralien und Spurenelemente.

Vorteile des Stillens, bzw. der Muttermilch

  • bessere Immunabwehr
  • Menge und Zusammensetzung sind optimal auf das Kind abgestimmt
  • die Muttermilch hat immer die richtige Temperatur
  • sie ist immer verfügbar
  • sie ist umsonst, hygienisch
  • Stillen stärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind
  • Muttermilch ist hypoallergen
  • Der Uterus bildet sich durch das Stillen schneller zurück.
  • Das Kind darf so viel davon trinken, wie es will - ad libitum - nach Wunsch / Wollen

Trinkmenge bei der Ernährung mit künstlicher Säuglingsmilch

Für die ersten 7 Tage gilt die Finkelsteinregel:

  • Lebenstag - 1 x 50-70 ml / Tag; verteilt auf ca. 8 Mahlzeiten

Danach gilt für das erste Trimenon:

  • 1/5 - 1/6 des Körpergewichts / Tag

Ab dem zweiten Trimenon gilt:

  • 1/6 - 1/7 des Körpergewichts / Tag

Besonderheiten beim Neugeborenen und Säugling

Verdauungsapparat

Die Peristaltik von Magen und Dünndarm ist noch schwach, der Tonus noch gering. Das liegt daran, dass die Muskulatur und die elastischen Fasern noch gering entwickelt sind.

Verdauungsdrüsen und Ausführungsgänge sind angelegt, aber die Produktion der Verdauungsenzyme ist noch unzureichend.

Zum Zeitpunkt der Geburt ist der Darm steril, weil noch die Bakterien fehlen.

Mit dem Einsetzen der MIlchnahrung beginnt die Besiedlung des Darms mit Bakterien. Welche Bakterien sich verstärkt ansiedeln, ist abhängig von der Art der Nahrung. Bei Gabe von Muttermilch siedelt sich vermehrt der Lactobacillus bifidum an. Bei künstlicher Säuglingsmilch vermehren sich die Coli-Bakterien.

Kohlenhydratstoffwechsel

Für Neugeborene ist Lactose das am besten verträgliche Kohlenhydrat. Neugeborene neigen zur Hypoglykämie - Unterzuckerung. Sie verbrauchen viel Energie, nehmen aber über die Milch nicht genügend auf. Die Nährstoffzufuhr ist durch die Geburt unterbrochen worden. Anfangs ist die Nahrungszufuhr noch sehr gering und die Glukosereserven sind zu schnell verbraucht.

Eiweißstoffwechsel

Die Eiweißverdauung ist voll leistungsfähig, aber die Funktion der Niere ist in den ersten 3 Monaten noch begrenzt.

 

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