Schlucken

Stimulation des Schluckreflexes

Die stimulation des Schluckreflexes ist hauptsächlich Logopädenarbeit, kann aber auch von Pflegekräften durchgeführt werden. Sie wird nur auf Anordnung durchgeführt. Zur Stimulation wird ein eisgekühlter Zahnspiegel o.ä. genommen. Damit werden links und rechts durch Antippen des Gaumenbogens fünf Reize gesetzt. Das ganze wird innerhalb von fünf Minuten mehrmals wiederholt. Zwischendurch darf der Patient den Mund schließen.

Bei einer Schluckstörung wird nie etwas oral zu sich genommen!

Zur Überprüfung des Schluckreflexes wird dem Patient der Zeige- und Mittelfinger auf den Kehlkopf gelegt. Er soll auf Kommando schlucken. Beim normalen Schlucken ist eine Bewegung des Kehlkopfes festzustellen, bei einer Störung nicht.

Hustenreflex

Der Hustenreflex ist ebenfalls wie der Schluckreflex sehr wichtig. Hat der Patient keinen Hustenreflex, darf ncihts oral zu sich nehmen. Zur Überprüfung kann man den Patienten auf Kommando husten lassen. Die Stimulation wird nur auf Anordnung durchgeführt. Dazu sitzt der Patient und atmet tief ein und laut aus, am Besten mit einem gesprochenen H. Die Pflegekraft legt dem Patienten die Hände auf die Schultern. Beim Ausatmen übt die Pflegekraft dann einen Druck auf die schultern aus, woraufhin der Patient möglichst tief im Rachen aus dem H ein K machen soll.

Ess- und Trinktraining

Man beginnt das Training mit dickbreiiger Kost wie Wackelpudding, Kartoffelpürree oder Pudding, da diese Nahrung zwar einen gewissen Druck ausübt, der aber nicht zu stark ist. Man kann gelatinehaltiges Pulver nehmen, um Flüssigkeiten anzudicken. Dieses Pulver ist geruchs- und geschmacksneutral. Man sollte auf säurehaltige Sachen verzichten, weil diese den Speichelfluss zu stark anregen. Ebenefalls sollten milchigbreiige Sachen wie Joghurt vermieden werden, weil diese zu sehr verschleimen. Der Löffel sollte keine scharfen Kanten haben und nicht zu groß oder zu klein sein. Die Portion sollte nicht zu groß und nicht zu klein sein. Sie wird auf das vordere Drittel der Zunge gegeben und die Zunge wird dabei leicht nach unten gedrückt. Der Patient soll die Nahrung kauen und dabei langsam nach hinten transportieren, bis er es gut Schlucken kann.

Wenn das Essen von dickbreiiger Kost funktioniert, kann als nächstes feste Nahrung genommen werden. Auch hier wird dem Patienten die Nahrung in entsprechenden Portionen in den Mund gegeben und er transortiert sie langsam beim Kauen nach hinten.

Flüssige Nahrung wird als Letztes probiert. Hier wird auf kleine Mengen geachtet.

Hat der Patient starke Probleme bei Training, sollte es nciht zu stark probiert werden, weil dadurch die Aspirationsgefahr steigt. Der Löffel sollte beim Nahrung anreichen nicht gegen die Zähne kommen, weil dadurch bei manchen Patienten ein Beißreflex ausgelöst wird, der erst nach einer weile wieder gelöst werden kann. Sollte der Patient einen Beißreflex haben, streicht man an einer Seite des Mundes entlang oder über die Oberlippen, dadurch wird der Kiefer etwas gelockert. Das hilft oft auch bei Patienten, die den Mund nicht öffnen wollen.

Schluckstörung

Von einer Schluckstörung spricht man, wenn der Schluckreflex fehlt oder erst verspätet einsetzt. Symptome einer Schluckstörung sind:

  • Ansammlung von Speiseresten in den Wangentaschen
  • häufiges Verschlucken
  • Flüssigkeit tritt aus der Nase aus
  • Flüssigkeit (Speichel) oder Nahrungsreste fließen aus dem Mund heraus oder der Patient spuckt das Essen wieder aus
  • Bildung von Speichelseen in der Mundhöhle
  • Nahrungsverweigerung
  • Auftreten primitiver Reflexe wie der Saug- oder Beißreflex

Eine Dysphagie ist das schmerzhafte Schlucken. Das ist ebenfalls ein Symptom für eine Störung. Dabei krampfen sich die Muskeln zusammen und es entsteht ein Druckgefühl oder Schmerzen hinter dem Sternum. Eine Dysphagie tritt häufig bei Ösophagitis, Divertikeln, Spasmen und Tumoren auf.

Kaustörung

Kaustörungen treten häufig durch Verletzungen o.ä. auf. Sie können zu Schluckstörungen führen. Außerdem wird die Nahrung nciht mehr ausreichend zerkleinert.

Ernährungszustand

Der Ernährungszustand ist ein ernährungsbdingter Körperzustand. Er beschreibt das Verhältnis vom Gewicht zur Körperlänge und wird durch den BMI bestimmt. Hieraus lässt sich auch die Stärke des subcutanen Fettgewebes ableiten. Außerdem ist ein Missverhältnis bei Ödemen und Aszitis möglich.

 

Nach oben