Fieberphasen

Fieberanstieg – Stadium incrementi

-         Der Sollwert im Temperaturregulationszentrum ist erhöht

-         Verstärkte Muskelarbeit und Stoffwechselaktivität steigern die Wärmebildung

-         Je tiefer die aktuelle Körpertemperatur unter dem Sollwert liegt, umso intensiver ist die Muskelarbeit – es kommt zum Schüttelfrost

-         Beschleunigung und stärkere Belastung von Kreislauf und Atmung

-         Fieberkrämpfe bei Säuglingen und Kleinkindern

o       Zwischen 6 Monaten und 5 Jahren

o       Bei schnellem Fieberanstieg über 39°C

o       Generalisierte tonisch-klonische Krämpfe (Angespannt-rhythmisch zuckend)

o       Hatte das Kind schon mal einen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, erneut einen zu bekommen

o       Das Kind ist bewusstlos und hört auf zu atmen

o       Sturz- und Verletzungsgefahr

o       Kann bis zu mehrere Minuten dauern

o       Hört schlagartig wieder auf, das Kind ist verwirrt

o       Ein nicht enden wollender Fieberkrampf kann tödlich enden – Notarzt

o       Hatte das Kind bereits einen Fieberkrampf, werden Fiebersenkende Maßnahmen und Medikamente bereits ab 38°C angeordnet, außerdem wird auch ein krampflösendes Mittel angeordnet

-         Pflege im Fieberanstieg

o       Entlastung des Körpers durch Wärmezuführung von außen oder Verhinderung unnötiger Wärmeverluste

o       Patienten zudecken, wärmer anziehen

o       Heizdecke oder Wärmflaschen einsetzen

o       Heiße Getränke anbieten, wenn der Patient nicht zu sehr zittert

-         Pflegemaßnahmen bei Schüttelfrost

o       Wärme zuführen

o       Patienten vor Verletzungen schützen

o       Beim Patienten bleiben

o       Blutdruck- oder Temperaturkontrollen unterlassen, solange der Patient stark zittert

o       Den Arzt informieren, eventuell werden Blutkulturen abgenommen

-         Ende des Fieberanstiegs

o       Der Patient friert nicht mehr

o       Er hört auf zu zittern

o       Die Haut fühlt sich warm an

o       Entfernung der Wärmequellen

o       Patient nur noch leicht zudecken


Fieberhöhe – Fastigium

-         Die Temperatur steigt nicht weiter

-         Wärmebildung und Stoffwechselaktivität bleiben auf erhöhtem Niveau, beschleunigte Atmung und Puls, erhöhter Kalorienbedarf

-         Erhöhter Flüssigkeitsverlust, Gefahr der Austrocknung

-         Starke Schwäche, Immobilität

-         Appetitlosigkeit

-         Ausgeprägtes Krankheitsgefühl

-         Schwitzen

-         Belastung des Abwehrsystems

-         Kein Schüttelfrost mehr

-         Halluzinationen / Fieberdelirium bei langanhaltendem hohem Fieber über 39°C mit Unruhe, Sinnestäuschungen, Phantasieren – Arzt rufen und Fieber senken

-         Erhöhte Gefahr von Thrombose, Obstipation, Pneumonie, Dekubitus

-         Pflege in der Fieberhöhe

o       Fieber ist ein Symptom – die körpereigenen Abwehrmechanismen können bei erhöhter Körpertemperatur besser funktionieren

o       Senken des Fiebers bei hohen Temperaturen, um Kreislaufkomplikationen oder Fieberkrämpfe zu verhüten, besonders bei hochgradiger Herzinsuffizienz und Kleinkindern

o       Bei unbekannter Ursache des Fiebers bei Säuglingen und Kleinkindern immer auf die Bewusstseinslage, das Trinkverhalten, die Hautfarbe und eventuelle Einblutungen der Haut achten

o       Regelmäßige Kreislauf- und Temperaturkontrollen

o       Auf Zeichen einer Exsikkose / Dehydrierung achten

o       Flüssigkeitshaushalt bilanzieren

o       Flüssigkeitsverluste ersetzen, Getränke anbieten

o       Leicht verdauliche, vitaminreiche Kost reichen (Obst, Joghurt, Quarkspeisen, Zwischenmahlzeiten)

o       Auf regelmäßigen Stuhlgang achten – Obstipation vermeiden

o       Zimmer ruhig halten, eventuell abdunkeln

o       Prophylaxen je nach Gefährdung durchführen

o       Maßnahmen zur Fiebersenkung

o       Kühlung anbieten, leichte Kleidung


Fieberabfall – Stadium decrementi

-         Absinken des Sollwertes mit darauffolgender verstärkter Wärmeabgabe

-         Lysis: Langsamer Fieberabfall über mehrere Tage, meist gut verträglich

o       Schweiß ist warm und großperlig

o       Atmung und Puls normalisieren sich

-         Krisis: Schneller Temperaturabfall innerhalb weniger Stunden mit Schweißausbrüchen und hoher Kreislaufbelastung – Gefahr des Kreislaufversagens

o       Meist durch Antibiotikagabe

o       Massiver kalter, kleinperliger, klebriger Schweiß

o       Unbehagen

o       Hoher Flüssigkeitsverlust und Durst

-         Pflege im Fieberabfall

o       Erhöhte Dekubitus- und Intertrigogefahr durch starkes Schwitzen – Sorgfältige Durchführung der Prophylaxen

o       Regelmäßiger Kleidungswechsel, wenn diese feucht ist

o       Regelmäßige Überwachung von Temperatur, Puls, Blutdruck

o       Nur langsame Aktivierung des Patienten, besondere Vorsicht bei der Mobilisation – Gefahr eines Zusammenbruchs

Erschöpfungsschlaf

-         Regeneration durch Schlaf

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