Organfunktionen des Neugeborenen

Immunsystem

Das Immunsystem ist noch nicht ausgereift. Deshalb sind Neugeborene viel anfälliger für Bakterien und werden viel schneller krank. Allerdings haben Neugeborene am Anfang einen Nestschutz durch Antikörper der Mutter, die bei der Geburt über die Nabelschnur auf das Kind übertragen wurden.

Haut

Die Epidermis eines Neugeborenen ist zart, weich, rosig und vor allem dünner als gewöhnliche Haut. Dadurch und durch den fehlenden Säureschutzmantel ist die Barrierefunktion noch gering. Der Säureschutzmantel baut sich erst ungefähr 2 Tage nach der Geburt auf und stabilisiert sich im ersten Lebensmonat.

Nabel

Das Neugeborene besitzt noch einen Nabelschnurrest, der eigentliche Nabel bildet sich erst noch. Innerhalb der ersten 5-8 Lebenstage trocknet die Nabelschnur ein. Der Nabelschnurrest wird als offene Wunde behandelt, das er eine potenzielle Eintrittspforte für Keime darstellt.

Leber und Niere

Leber und Niere sind noch unreif und die Funktionen sind noch eingeschränkt. Bei manchen tritt durch die schwache Leberfunktion eine physiologische Neugeborenengelbsucht auf. Die Niere reift im ersten Lebensjahr aus. Durch die schwache Nierenfunktion neigen Neugeborene zur Bildung von Ödemen (Ansammlungen von wässriger Flüssigkeit im Gewebe).

Magen und Darm

Durch die Nahrungsaufnahme muss sich der Magen-Darm-Trakt auf eine selbstständige Verdauungs- und Ausscheidungsfunktion umstellen. Außerdem wird der Magen-Darm-Trakt durch die Nahrungsaufnahme und das Schlucken von Luft mit Keimen besiedelt. Der Mageneingang kann zu Anfang noch schlecht schließen. Dadurch spuckt das Kind häufiger beim Trinken.

Herz und Kreislauf

In den ersten Stunden kann es zu  einer unregelmäßigen Herzfrequenz oder instabilen Kreislaufsituation kommen. Das Herz schlägt ungefähr 140 mal pro Minute. Neugeborene haben noch kleine Löcher im Herzen, sogenannte Shunts, weil im Uterus die Lunge durch den fetalen Kreislauf umgangen wird. Diese Shunts werden durch die erhöhte Sauerstoffzufuhr und Lungenatmung geschlossen.

Lunge

Das Neugeborene muss auf Lungenatmung umstellen. Dafür müssen die Atemwege und das Atemzentrum frei sein. Der Surfactaut-Faktor ist ab der 35. Schwangerschaftswoche vorhanden. Er verhindert, dass die Lungenbläschen kollabieren. Neugeborene atmen in den Bauch ungefähr 30-40 mal pro Minute.

Gehirn

Das zentrale Nervensystem ist noch nicht ausgereift. Dadurch ist auch das Temperaturregulationszentrum noch unreif und das Neugeborene kann seine Temperatur noch nicht konstant halten. Dazu kommt ein großer Wärmeverlust über die vergleichsweise große Körperoberfläche. Neugeborene können noch nicht schwitzen oder zittern. Allerdings besitzen sie noch braunes Fettgewebe, welches eine zitterfreie Wärmebildung ermöglicht.

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