Unfälle

Unfälle im Kindesalter

Häufigste Unfallursachen

Im ersten Lebensjahr

  • Stürze
  • Ertrinken
  • Verbrühungen
  • Ersticken
  • Straßenverkehr

Zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr

  • Stürze
  • Vergiftungen
  • Verbrennungen
  • Berbrühungen
  • Schnittwunden
  • Ersticken
  • Fremdlörper
  • Ertrinken
  • Straßenverkehr

Zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr

  • Stürze
  • Spielplatz (Schaukel, Rutsche)
  • Vergiftungen
  • Verbrühungen
  • Ertrinken
  • Quetschungen
  • Straßenverkehr
  • Verbrennungen

Zwischen dem fünften und neunten Lebensjahr

  • Stürze
  • Spiel
  • Verwundungen
  • Straßenverkehr
  • Schule
  • Sport

Zwischen dem zehnten und sechzehnten Lebensjahr

  • Werkzeug
  • Feuerwaffen
  • gefährliches Spielzeug
  • Elektrizität
  • Sportverletzungen
  • Erkundungen
  • Intoxikationen
  • Straßenunfälle

Entwicklungsphysiologischer, psychologischer und sozialer Hintergrund der Unfallprävention

Egozentrische Sichtweise

Kinder bis zum 7. Lebensjahr haben noch nicht das Verständnis, dass andere Menschen die Dinge anders sehen als sie selbst. Sie gehen davon aus, dass jeder genau das Gleiche sieht wie sie selbst.

Magisches Denken

Zwischen dem 3. und 7. Lebensjahr wird die Gedankenwelt der Kinder von der Phantasie geleitet. Die Kinder folgen immer dem stärksten Reiz und finden alles interessant, was die Phantasie anregt. Sie können Wichtiges auch noch nicht von Unwichtigem unterscheiden. Die hohe Ablenkbarkeit der Kinder führt zu einer hohen Unfallgefahr.

Gefahrenbewusstsein

Das Gefahrenbewusstsein entwickelt sich bis zum Alter von 6 Jahren. Ab dem 6. Lebensjahr entwickelt das Kind das vorausschauende Gefahrenbewusstsein. Ab dem 10.Lebensjahr entwickelt das Kind das präventive Gefahrenbewusstsein. Machen wir die drei Stadien an einem Beispiel deutlich. Nehmen wir an, ein Kind klettert auf einen Baum. Im ersten Stadium unter sechs Jahren klettert das Kind und merkt erst, dass ein Ast bricht, wenn es bereits darauf tritt. Im zweiten Stadium, dem vorausschauenden Gefahrenbewusstsein, klttert das Kind auf den Baum, aber es sieht sich die Äste vor demKlettern an und lässt die Äste bleiben, die ihm zu dünn erscheinen. Im dritten Stadium, dem präventivem Gefahrenbewusstsein, klettert das Kind wahrscheinlich nicht mehr auf einen Baum, weil es weiß, dass die Äste zu dünn sein könnten.

Entwicklungsbedingte Schwierigkeiten des Kindes

Bei Kindern, vor allem Kleinkindern, müssen sich die Sinnesorgane erst noch voll entwickeln.

Das Stereoskope Tiefensehen ist noch nicht ausgebildet. Das Kleinkind kann Entfernungen nur sehr ungenau abschätzen.

Außerdem hat das Kind ein eingeschränktes Gesichtsfeld. Da das Kind noch klein ist, hat es kein großes Blickfeld. Dazu kommt, dass es noch einen Tunnelblick hat. Das bedeutet, dass es einen Punkt fixiert und nicht mehr mitbekommt, was in den Augenwinkeln geschieht.

Die Akkomodation ist noch nicht ausgereift. Dadurch kann das Kind noch nicht so schnell vom Nah- zum Fernsehen umstellen.

Erst ab ungefähr acht Jahen fangen Kinder an, ihr Gehör zur Gefahrenwahrnehmung mitzubenutzen. Das liegt daran, dass auch erst mit ungefähr acht Jahren Geräusche relativ genau lokalisiert werden können.

Kinder im Alter von ungefähr fünf Jahren haben eine ungefähr doppelt so lange Reaktionszeit wie Erwachsene.

Da bei Kindern der Körperschwerpunkt noch nicht da liegt wie bei Erwachsenen, haben sie Schwierigkeiten die Balance zu halten. Dazu kommt, dass sie Bewegungen nicht plötzlich abbrechen können.

Kleinkinder haben meist noch kein Verständnis fürlinks und rechts. Aber auch wenn das Verständnis vorhanden ist, können die Kinder noch nicht das links und rechts spiegelverkehrt in den Raum übertragen.

Das Kind hat außerdem Schwierigkeiten bei der Koordination von Sehen und Motorik. Durch den Tunnelblick sieht das Kind nur nach vorne und rennt genau dorthin. Es sieht nicht, was links und rechts geschieht, nimmt also auch keine Gefahren wahr.

Unfälle durch Erstickung

Ursachen

  • Verschlucken von Kleinteilen und Nahrung
  • Rauchentwicklung
  • Strangulation
  • Insektenstiche im Mundbereich
  • Fehlende Luftzufuhr unter Decken, Kissen, Tüten
  • Atemstillstand

Prävention

  • Gegenständesollten zu groß für den Mund sein
  • Bänder und Kordeln sollten kürzer sein als der Halsumfang und am Besten außerhalb der Reichweite des Kindes liegen
  • Bei Säuglingen angemessen große Schlafsäcke anstelle von Decken und Kissen verwenden
  • Auf Kuscheltiere und Nestchen im Bett verzichten
  • Plastiktüten, Gummihandschuhe etc. vom Kind fernhalten
  • Große Behälter fest verschließen
  • Beim Spielen mit Masken auf ausreichende Luftzufuhr achten

Unfälle durch Strom

Da Strom nicht sichtbar ist, ist es schwierig den Kindern deutlich zu machen, dass er sehr gefährlich ist.

Kommt das Kind in Kontakt mit Strom, verkrampft es die Hand- und Armmuskeln.

Sollte es zu einem Stromunfall kommen,sollte man sofort den Strom abschalten oder das Kind durch nicht leitende Dinge von der Leitung trennen. Danach sollten Atmung und Pulskontrolliert werden und im Notfall zum Arzt gehen.

Präventionsmaßnahmen

  • Steckdosen mit Kindersicherung versehen
  • keine defekten elektrischen Geräte benutzen
  • Elektrische Geräte möglichst nicht in Reichweite von Kindern aufbewahren
  • Elektrogeräte vom Wasser fernhalten
  • Geräte immer vom Netz nehmen
  • Raumeinrichtung beachten
  • Aufklärung zu den Gefahren in die Erziehung miteinbeziehen

Unfälle durch Stoß-, Stich- und Schnittverletzungen und Quetschungen

Zum Schutz vor Stoßverletzungen sollten scharfe und spitze Ecken vermieden oder abgepolstert werden. Man kann Ecken z.B. abrunden und es gibt spezielle Ecken zu kaufen.

Stich- und Schnittverletzungen können durch alle spitzen und scharfen Gegenstände erfolgen. Darum sollten alle solchen Gegenstände aus der Reichweite des Kindes aufbewahrt werden. es gibt außerdem spezielles Kinderbesteck und abgerundete Scheren.

Quetschungen können überall entstehen, wo ein Kind mit einem Körperteil hindurch passt. Häufig sind Quetschungen der Hände und der Füße. Darum sollten offene Türen und Durchzug vermieden werden. Es gibt außerdem Tüstopper, die einen Spalt zwischen Tür und Rahmen freilassen, um Quetschungen zu verhindern. Müssen Türen offen stehen, können Keile verwendet werden, die verhindern, dass die Tür zufällt.

Unfälle durch Ertrinken

 Probleme beim Baden und Schwimmen

  • Es reicht schon ein niedriger Wasserstand aus, um darin zu ertrinken
  • Kleine Kinder verlieren unter Wasser schnell die Orientierung
  • Kinder atmen in Panik schneller und intensiver um zu schreien - dadurch gelangt schneller Wasser in die Lunge

Präventionsmaßnahmen

  • Beim Baden das Kind immer beaufsichtigen und Badeutensilien bereithalten
  • Einen Teich im Garten immer einzäunen
  • Plantschbecken für kleine Kinder nur eine Hand breit füllen
  • Kinder sollten früh schwimmen lernen
  • Als schwimmhilfe Schwimmflügel mit zwei Luftkammern verwenden - Matratzen oder Schwimmtiere sind keine Schwimmhilfen
  • Niemals in fremden Gewässern schwimmen gehen
  • Schwimmbecken und Regentonnen durch Schutzgitter sichern

Unfälle durch Vergiftungen

Eine Intoxikation ist die Vergiftung des Körpers durch Aufnahme giftiger Substanzen (Toxine).

Diese Substanzen können über Verschlucken, Einatmen, Injektionen oder die Haut in den Körper gelangen. Beim Verschlucken gelangen die Toxine in den Magen-Darm-Trakt und von dort ins Blut. Beim Einatmen gelangen die Toxine in die Lunge und von dort ins Blut. Durch Injektionen gelangen die Toxine ohne Umwege ins Blut, ebenso bei derAufnahme über die Haut. Durch die Übertragung auf das Blut führt die Vergiftung schließlich zu einer Schädigung des Gesamtorganismus.

Häufige Vergiftungen entstehen durch Medikamente, Tabak, Reinigungsmittel, Giftpflanzen oder Haushaltslösungen.

Es gibt viele Giftpflanzen. Giftig sind z.B. Efeu, Fingerhut, Eibe, Maiglöckchen und Krokus. Sehr giftig sind Tollkirsche, Rizinus und Engelstrompete.

Bei Reinigungsmitteln unterscheidet man zwischen Schaumbildnern und Säure-Base-Produkten. schaumbildner sind Produkte wie waschmittel, Seife und Spülmittel. Sie dürfen auf keinen Fall erbrochen werden, weil es dadurch zur Schaumbildung kommen kann. Dadurch kann es passieren, dass ein Teil des Erbrochenen oder des Schaumes in die Luftröhre gelangt und so das Atmen erschwert. Zu den Säure-Base-Produkten gehört der Essigreiniger.

Bei Gefahr einer Vergiftung sollte die Zentrale für Vergiftungen angerufen werden. Dabei muss man darauf achten, dass durchgegeben wird, welche Menge des Giftes eingenommen wurde, um welches Gift es sich handelt, welche Symptome der Vergiftete zeigt, wann das Gift eingenommen wurde und bei Kindern auch Gewicht und Alter.

Es können die verschiedensten Symptome auftreten. Zentral-nervöse Störungen sind Erregung, Koma, Krämpfe oder Schwindel. Zu den psychischen Störungen zählen ein auffälliges Verhalten, wie Agressivität oder Depressionen, aber auch das Phantasieren. Gastro-intestinale Störungen sind Beschwerden des Magen-Darm-Traktes wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Zu den Atem- und Kreislaufbeschwerden zählen der Schock, ein Kreislaufstillstand und eine Atemlähmung. Es können außerdem Herzstörungen wie die Tachykardie und Bradykardie auftreten.

Möglichkeiten der Ersten Hilfe

Erbrechen herbeiführen, aber nur wenn der Betroffene bei vollem Bewusstsein ist und es sich bei dem Gift nicht um Schaumbildner oder Säure-Base-Produkte handelt. Das Erbrochene muss aufgehoben werden, vor allem, wenn nicht ganz sicher ist, was der Betroffene zu sich genommen hat. Bei Säure-Base-Produkten nachtrinken mit Wasser, Tee und verdünnten Säften, aber keine Neutralisationsversuche starten. Keine Milch trinken, da diese die Aufnahme des Giftes beschleunigt.

Es gibt außerdem Kohletabletten, die auch bei gewöhnlichem Durchfall eingesetzt werden. bei einer geringen Giftmenge können diese aufgelöst in Cola, Wasser oder Saft eingenommen werden.

Präventionsmöglichkeiten

  • Zigaretten, Tabak und Aschenbecher nicht herumliegen bzw. stehen lassen
  • Alkoholische Getränke, Medikamente, Haushaltslösungen, Reinigungsmittel und ähnliche Produkte wegschließen und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren
  • Zimmerpflanzen nicht mit Schädlingsbekämpfungsmitteln besprühen
  • Produkte mit Kindersicherung kaufen
  • keine unbekannten Früchte oder Beeren von Kindern anfassen oder in den Mund nehmen lassen
  • keine giftigen Pilze oder Pflanzen sammeln oder pflücken

Unfälle im Straßenverkehr

Unfallursache Kindersitz

Seit April 2008 gibt es eine Neuregelung für die Zulassung von Kindersitzen, derzufolge ältere Kindersitze als ECE-R 44/01 oder 02 nicht mehr benutzt werden dürfen. Außerdem müssem die Kindersitze an das Alter und Gewicht des Kindes angepasst werden. Es ist natürlich auch wichtig, dass die Kinder richtig im Sitz sitzen und gesichert sind. Auch für sehr kurze Strecken muss immer eine geeigneter Kindersitz verwendet werden.

Unfallursache zu Fuß gehendes Kind

Um einen Unfall so gut es geht zu vermeiden, sollte die Verkehrserziehung so früh wie möglich begonnen werden. Dazu zählt, dass man als Erwachsener eine Vorbildfunktion einnimmt und dem Kind den richtigen Umgang im Straßenverkehr vormacht. Man zeigt dem Kind, dass man nur bei grün über die Straße geht und ordnungsgemäß bei jeder Straßenüberquerung guckt - nach links - rechts - links - , ob ein Auto kommt. Die Kinder brauchen Zeit,um sich an ein geeignetes Verhalten im Verkehr zu gewöhnen. Man muss den Kindern deutlich machen, dass auf Straßen, wo keine Gehwege vorhanden sind, links gegangen werden muss, damit man die entgegenkommenden Autos sieht und auf Seite gehen kann. Ein Problem ist, dass Kinder unter 10 Jahren Entfernung und Geschwindigkeit herannahender Autos noch nicht abschätzen können und dadurch oft zu Fehleinschätzungen neigen. Als Eltern sollte man den sichersten Schulweg suchen und diesen mit den Kindern gemeinsam üben, damit sie ihn auch sicher alleine gehen können. Eine verkehrssichere Kleidung ist wichtig. Man sollte möglichst helle Kleidung tragen oder Kleidung mit Reflektoren, damit Autofahrer auf die Kinder aufmerksam werden und vorsichtig fahren. Auch sollte dem Kind deutlich gemacht werden, dass man bei einer roten Ampel warten muss, weil dann andere Verlehrsteilnehmer fahren dürfen.

Unfälle durch Verbrennungen

Verbrennungen können immer dann auftreten, wenn man mit einem zu heißen Gegenstand in Berührung kommt. Diese heißen Gegenstände können Kerzen sein, Streichhölzer, heißes Wasser, Heizkörper, eine eingeschaltete Herdplatte oder heiße Speisen und Getränke.

Präventionsmöglichkeiten

  • Streichhölzer und Feuerzeuge außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren
  • Kerzen nie unbeaufsichtigt brennen lassen
  • Herdschutzgitter anbringen
  • Heiße Speisen und Getränke außerhalb der Reichweite von Kindern abkühlen lassen, immer zuerst selbst testen, ob die Speisen eine geeignete Temperatur haben
  • Vor dem Baden immer zuerst selbst die Temperatur kontrollieren
  • Kindern deutlich machen, dass Feuer gefährlich ist und man nur Feuer anzünden darf, wenn Erwachsene dabei sind

Erstversorgung

  • Das Kind aus der Gefahrenzone bringen
  • Kleidung ausziehen, sofern sie nicht mit der Haut verschmolzen ist
  • Haut mit kaltem Wasser abkühlen, mindestens 10-15 Minuten
  • Den Wasserstrahl nicht direkt auf das betroffene Hautareal lenken
  • Keine Salben oder ähnliches verwenden
  • Verbrennug abdecken
  • Zum Arzt gehen, um den Schweregrad feststellen zu lassen
  • Bei Gesichtsverbrennungen nicht abdecken und sehr vorsichtig bei der Wasserkühlung sein

Verbrennungsgrade

1. Grad: Rötung und eventuell Schwellung der epidermis, mit Schmerzen, Heilung nach 5-10 Tagen ohne Narbenbildung

2. Grad: Hautrötung und Schwellung mit Blasenbildung von epidermis und Corium, ist die Verbrennung sehr tief kommt es zu perlweißem Wundgrund oder zu blutendem Wundgrund, Heilung nach 10-14 Tagen, Spintanheilung mit Narbe

3. Grad: Grau-weißer Wundgrund, Haarausfall, thrombosierende Gefäße in Epidermis, Corium und Subcutis mit Anhangsgebilden, Heilung nach Hauttransplantation mit Narbenbildung

Unterrichtsnotizen zu einer Broschüre der BZgA über Unfallverhütung

Unfallschwerpunkte im ersten Lebenshalbjahr

Hauptsächlich geschehen Stürze aus der Höhe, Ersticken und Transportunfälle. Vor allem ab dem dritten Monat, da sich das Kind allmählich spontan umdrehen oder zur Seite rollen kann. Mit zunehmender Beweglichkeit steigt auch die Gefahr von Verbrühungen. Hauptsächliche Unfallvermeidung durch Aufmerksamkeit der Eltern.

Sicherheitsregeln für das erste Lebenshalbjahr:

  • Kind niemals allein auf erhöhten Flächen liegen lassen
  • Babywippen immer nur kurz verwenden, Kind stets sichern, nie auf erhöhte Flächen stellen
  • Kind zum Schlafen auf den Rücken legen, schlafzimmer rauchfrei und möglichst kühl halten (18°C)
  • kein kleinen Gegenstände im Bett lassen
  • Altersgerechte Spielsachen verwenden
  • nichts um den Hals binden, Bänder von Kleidung entfernen oder befestigen
  • keine kleinen Gegenstände herumliegen lassen
  • Kind erst in die Badewanne setzen, wenn die Wassertemperatur getestet wurde (36-37°C)
  • Kind in der Wanne festhalten
  • Heiße Getränke außer Reichweite des Kindes stellen
  • Kind nie mit kleinen Kindern oder Haustieren allein lassen
  • Im Auto nur altersgemäße und amtlich zugelassene Kindersitze verwenden
  • Medikamente, Reinigungsmittel, Farben, Chemikalien auß0er Reichweite des Kindes aufbewahren

Unfallschwerpunkte im zweiten Lebenshalbjahr

Die zunehmende Selbständigkeit und Beweglichkeit des Kindes führt zu Sturz- und Erstickungsunfällen. Dazu kommen Verbrühungen und Vergiftungen.

Sicherheitsregeln für das zweite Lebenshalbjahr:

  • Die Sicherheitsregeln für das erste Lebenshalbjahr weiterhin beachten
  • Kindersichere Schutzgitter an Türen und Treppen anbringen
  • Laufwege sichern, Möbelecken und -kanten abpolstern
  • Regale und andere Möbel kippsicher verankern
  • Kinderhochstuhl kippsicher hinstellen, Kind darin angurten, nie allein lassen
  • Keine Lauflernhilfen verwenden
  • keine Zigaretten oder aschenbecher herumliegen bzw. -stehen lassen
  • Streichhölzer und Feuerzeuge wegschließen
  • Plastiktüten kindersicher verstauen
  • Kind nie mit einem Haustier allein lassen

Unfallschwerpunkte im zweiten und dritten Lebensjahr

 Durch die immer weiter steigende Bewegungsfreiheit des Kindes nimmt das Risiko für Vergiftungen, Verbrennungen und Verbrühungen rapide zu. auch Stürze kommen sehr häufig vor, meist auf der Treppe oder aus dem Fenster oder vom Balkon. Ein zusätzliches Risiko stellen Haustiere, unbeaufsichtigtes Spielen mit Schnüren oder Plastiktüten dar. Die Erstickungsgefahr nimmt zu.

Sicherheitsregeln für das zweite und dritte Lebensjahr:

  • Die Sicherheitsregeln für das erste Lebensjahr weiterhin beachten
  • Regale, Fernehgeräte und andere Kleinmöbel kippsicher befestigen
  • Fenster und Türen mit Kindersicherungen versehen
  • Kind nicht allein auf den Balkon lassen
  • Kind nicht im Hochstuhl allein lassen
  • Kind nie unbeaufsichtigt in Wassernähe spielen lassen
  • Gartenteiche, Swimmingpools, Regentonnen etc. kindersicher absichern
  • Herdgitter anbringen
  • Beim Grillen oder offenem Feuer Kind nie unbeaufsichtigt lassen - Sicherheitsabstand
  • Kind in seiner wachsenden Selbständigkeit unterstützen und ihm einen sicheren Umgang mit Gegenständen zeigen
  • Kind unter Aufsicht auf spielerische Weise seine Grenzen erkunden lassen

Unfallschwerpunkte im vierten und fünften Lebensjahr

Freizeit- und Sportunfälle wie Stürze und Stöße nehmen zu. Außerdem besteht neue Gefahr durch den zunehmenden Gebrauch von Geräten und Werkzeugen. Solange das Kind noch nicht schwimmen kann, zählen Ertrinkungsunfälle noch zu den sehr hohen Risiken. Da das Kind mittlerweile selbst durch die Straßen läuft, nehmen auch Verkehrsunfälle zu.

Sicherheitsregeln für das vierte und fünfte Lebensjahr:

  • Die Sicherheitsregeln für die ersten drei Lebensjahre noch berücksichtigen, allerdings ist das Kind für einige schon zu selbständig
  • Nach Möglichkeit noch auf ein Hochbett verzichten, dieses aber ansonsten an die Sicherheitsanforderungen anpassen - ausreichender Seitenschutz
  • Das Kind mit dem sicheren Gebrauch von Gegenständen und Werkzeugen vertraut machen
  • Elektrische Werkzeuge und Gartengeräte von Kindern fernhalten
  • Elektrogeräte nach Gebrauch ausstöpseln
  • Frühzeitig das Schwimmen lernen lassen
  • Dem Kind rücksichtsvolles Verhalten erklären und vorleben
  • Dem Kind wichtige Verhaltensregeln zeigen und einüben
  • Kind nicht unbeaufsichtigt auf die Straße lassen
  • Verkehrsgeeignete Kleidung tragen lassen - Reflektoren
  • Das Kind möglichst zum Kindergarten bringen, den sichersten, nicht den kürzesten Weg wählen
  • Dem Kind ausreichend Gelegenheit geben, sich auf verkehrsfreien Plätzen im Roller- und Fahrradfahren zu üben
  • Kind nur mit Helm fahren lassen
  • Wachsende Selbständigkeit fördern und unter Aufsicht seine Grenzen erkunden lassen

 Unfallschwerpunkte ab dem sechsten Lebensjahr

Das Kind wird immer selbständiger, das macht Freizeit- und sportunfälle immer häufiger. außerdem wird das Kind immer häufiger als Fußgänger oder Fahrradfahrer als Verkehrsteilnehmer angesehen, obwohl es noch nicht die ausreichende Wahrnehmung, Konzentration und Aufmerksamkeit besitzt.

sicherheitsregeln ab dem sechsten Lebensjahr:

  • Das Kind in seiner Selbständigkeit unterstützen und ihm notwendige, aber verständliche Regeln und Grenzen aufweisen
  • Dem Kind den sichersten Weg zur Schule zeigen und mit ihm üben
  • Dem Kind ein verkehrsgerechtes Verhalten beibringen und kontrollieren
  • Reflektierende Materialien an Kleidung anbringen
  • Nur mit Helm Fahrradfahren
  • Inlineskaten mit dem Kind üben, auch das Bremsen und Stürzen, Kind nur mit Schutzausrüstung fahren lassen

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