Geschlechtsorgane allgemein

-         Innere Geschlechtsorgane

o       Produktion der Keimzellen (Gameten)

o       Produktion der Sexualhormone

§         Differenzierung, Reifung und Funktion der Keimzellen

§         Ausbildung der Geschlechtsmerkmale

§         Einfluss auf das Verhalten

o       Bildung von Sekreten

§         Gleitfähigkeit

§         Optimales Milieu für Transport und Vereinigung der Keimzellen

o       Bei der Frau Schwangerschafts- und Gebärorgane

-         Äußere Geschlechtsorgane

o       Geschlechtliche Vereinigung – Kohabitation

-         Primäre Geschlechtsmerkmale

o       Unmittelbar zur Fortpflanzung notwendige Geschlechtsorgane

o       Penis, Hoden, Nebenhoden, Samenwege

o       Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter, Scheide

o       Bereits bei der Geburt vorhanden

-         Sekundäre Geschlechtsmerkmale

o       Entwicklung durch steigende Hormonproduktion in der Pubertät

o       Scham- und Achselbehaarung

o       Bartwuchs

o       Brustwachstum

-         Tertiäre Geschlechtsmerkmale

o       Geschlechtsentsprechender Körperbau, z.B. Beckenform, Körpergröße

o       Umweltbedingte geschlechtsspezifische Verhaltensweisen

 

Geschlechtsorgane des Mannes

-         Innere Geschlechtsorgane

o       Hoden

o       Nebenhoden

o       Samenleiter

o       Samenstrang

o       Geschlechtsdrüsen – Prostata, Samenbläschen, Cowper-Drüsen

-         Äußere Geschlechtsorgane

o       Penis

o       Hodensack

Hoden und Hodensack

-         Hoden

o       Paarig angelegt

o       Im Hodensack (Skrotum) elastisch aufgehängt

o       Eiförmig, ca. 5 cm Durchmesser

o       Pralle Konsistenz

o       Am dorsalen Rand liegt der Nebenhoden auf

-         Hodensack

o       Von lockerem Bindegewebe durchzogen

-         Descensus testis

o       Der zunächst an der hinteren Leibeswand gebildete Hoden wandert ab dem 3. Schwangerschaftsmonat nach unten und der Hodensack bildet sich

o       Erst im 7. Schwangerschaftsmonat wandert der Hoden aus der Leiste in den Hodensack

o       Der Hoden nimmt die ihn versorgenden Gefäße und Nervenstränge mit, die den Samenstrang bilden

o       Bei der Geburt am Termin befinden sich die Hoden in der Regel im Hodensack

-         Aufbau der Hoden

o       Eine derbe Bindegewebskapsel umgibt den Hoden

o       Scheidewände teilen den Hoden in ungefähr 250 Hodenläppchen

o       Die Hodenläppchen enthalten vielfach gewundene Hodenkanälchen (Samenkanälchen)

o       Die Hodenkanälchen münden in das Hodennetz

o       Sie bestehen aus einer bindegewebigen Hülle und dem Keimepithel

o       Das Keimepithel setzt sich aus den Keimzellen bzw. deren Vorstufen und den Sertoli-Stützzellen zusammen

o       Die Sertoli-Stützzellen helfen bei der Ernährung der Spermien bei und bilden die Blut-Hoden-Schranke – kein direkter Kontakt der Spermien mit dem Blut, um eine Zerstörung durch das Immunsystem zu verhindern

o       Leydig-Zwischenzellen zwischen Hodenkanälchen und Blutgefäßen produzieren das männliche Sexualhormon Testosteron

Männliche Sexualhormone

-         Das Releasing-Hormon Gn-RH führt in der Pubertät zur Ausschüttung von FSH und LH im Hypophysenvorderlappen

o       FSH regt beim Mann über die Sertoli-Stützzellen die Spermienreifung an

o       LH regt die Leydig-Zwischenzellen zur Bildung und Ausschüttung von Testosteron an

-         Testosteron und Dihydrotestosteron (DHT) gehören zu den Androgenen, Steroidhormonen

-         Effekte der Androgene auf Geschlechtsorgane und Gesamtorganismus

o       Geschlechtsdifferenzierung und –entwicklung

o       Wachstum von Hoden und Penis in der Pubertät

o       Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale (Stimmbruch, Bart, Körperbehaarung)

o       Auslösung und Stimulierung des Geschlechtstriebs

o       Spermienbildung (mit FSH, LH und Sertoli-Stützzellen)

o       Begünstigung des Eiweißaufbaus und damit des Muskel- und Knochenwachstums

o       Förderung der Blutbildung

o       Tatkräftigkeit, Aggressivität

o       Bei erheblicher Belastung – Glatzenbildung

Sperma - Samenflüssigkeit

-         Spermium

o       60 µm lang

o       Kopf: enthält den Chromosomensatz und besitzt das Akrosom zum Eindringen in die Eizelle

o       Hals: verbindet Kopf und Mittelstück

o       Mittelstück: enthält viele Mitochondrien zur Energieversorgung für die Bewegung

o       Hauptstück

o       Endstück

o       Hals, Mittel-, Haupt- und Endstück bilden den Schwanz

-         Enthält Spermien und Sekrete aus Nebenhoden, Samenblasen, Prostata und Cowper-Drüsen – Seminalplasma, Enzyme und Fruktose

-         Schwach alkalisch, pH ca. 7,3 – neutralisiert kurzfristig den sauren pH der Scheide zum Schutz der Spermien

-         Enzyme aktivieren die vorher nahezu unbeweglichen Spermien

-         Fruktose dient als Energiequelle

-         Freisetzung durch Ejakulation – 90% Seminalplasma und 10% Spermien

Die ableitenden Samenwege

-         Nebenhoden

o       Gangsystem zur abschließenden Reifung und Speicherung der Spermien

o       Nimmt aus dem Hodennetz etwa ein Dutzend Ausführungsgänge auf, die den Kopf des Nebenhodens bilden und sich zum Nebenhodengang vereinigen

o       Der Nebenhodengang ist ein etwa 5 m langer stark gewundener Gang, der den Hauptteil des Nebenhodens bildet

-         Samenleiter

o       Der Nebenhodengang geht ohne scharfe Grenzen in den Samenleiter über

o       Der Samenleiter ist ca. 50 cm lang und zieht gemeinsam mit Gefäßen und Nerven im Samenstrang durch den Leistenkanal in den Bauchraum

o       An der unteren seitlichen Wand der Harnblase geht er in den Ductus ejaculatorius (Spritzkanal) über

o       Der Ductus ejaculatorius durchläuft die Prostata und mündet in die Harnröhre

Geschlechtsdrüsen

-         Samenbläschen

o       Produktion von alkalischem, fruktosereichem Sekret und Abgabe an Ductus ejaculatorius

-         Cowper-Drüsen

-         Prostata

o       Kastaniengroß

o       Zwischen der Unterfläche der Harnblase und der Beckenbodenmuskulatur

o       Umschließt die Harnsamenröhre

o       40 Drüsen, die ein trübes, dünnflüssiges und enzymreiches Sekret produzieren

Äußere Geschlechtsorgane und Harnsamenröhre

-         Am Penis unterscheidet man Penisschaft und Eichel

-         Die Vorhaut bedeckt die Eichel

-         Der paarig angelegte Penisschwellkörper ermöglicht die Erektion, indem sich schwammartige Hohlräume (Kavernen) prall mit Blut füllen und gleichzeitig der venöse Rückstrom gedrosselt wird

-         Der an der Unterseite befestigte Harnröhrenschwellkörper endet mit der Eichel, hier verläuft die Harnsamenröhre, die bei Erektion durchgängig bleibt

 

Geschlechtsorgane der Frau

-         Innere Geschlechtsorgane

o       Eierstöcke (Ovarien)

o       Eileiter (Tuben)

o       Gebärmutter (Uterus)

o       Scheide (Vagina)

-         Äußere Geschlechtsorgane

o       Große und kleine Labien

o       Kitzler (Klitoris)

o       Scheidenvorhof mit seinen Drüsen

Eierstöcke

-         Paarig angelegt und etwa pflaumengroß

-         Durch elastische Bänder am seitlichen Rand des kleinen Beckens aufgehängt

-         Bildung der weiblichen Sexualhormone Östrogene und Progesteron

-         Allmonatliche Bereitstellung einer oder mehrerer befruchtungsfähigen Eizellen

-         Zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr Einstellung der Tätigkeit

-         Menopause – Zeitpunkt der letzten Regelblutung

-         Postmenopause – Nach der letzten Regelblutung

-         Menarche – erste Regelblutung

-         Fehler bei der Reifeteilung nehmen im Alter zu, z.B. Störungen der Chromosomenzahl

Eileiter

-         Paarig angelegt und ca. 10-17 cm lang

-         Reichen beidseitig von der oberen Ecke der Gebärmutter bis in unmittelbare Nähe des Eierstockes

-         Der anteil zum Eierstock ist zur Bauchhöhle hin offen, trichterförmig erweitert und nimmt das Ei nach dem Eisprung auf

-         Wand: stark gefältelte Schleimhaut- und dünne Muskelschicht, die das Ei durch peristaltische Bewegungen und mit Hilfe von Zilien in Richtung Gebärmutter transportiert

Uterus

-         Birnenförmig

-         Gebärmutterkörper – oberer, breiterer Anteil

o       Kräftige glatte Muskulatur

o       Im Inneren befindet sich die Gebärmutterhöhle – Wand von Gebärmutterschleimhaut ausgekleidet

-         Während der Schwangerschaft „Fruchthalter“

-         Beteiligt sich am Aufbau der Plazenta zur Ernährung des Ungeborenen

-         Uterusmuskulatur passt sich den Erfordernissen an

-         Gebärmutterhals / Zervix – unterer, schmalerer Anteil

o       Straffes Bindegewebe und glatte Muskulatur umgeben den Zervikalkanal

o       Innerer Muttermund – Öffnung des Zervikalkanals zur Gebärmutterhöhle

o       Äußerer Muttermund – Öffnung des Zervikalkanals zur Portio

o       Drüsen der Zervixschleimhaut bilden einen zähen Schleim, der die Uterushöhle wie einen Pfropf verschließt und vor Keimen aus der Vagina schützt

-         Isthmus uteri / Gebärmutterenge – Übergang zwischen Korpus und Zervix

-         Portio – in die Scheide hineinragender Teil der Zervix

-         Wandaufbau

o       Außen: Peritoneum bzw. Perimetrium

o       Mitte: Myometrium, dicke Schicht glatter Muskulatur

o       Innen: Endometrium, Gebärmutterschleimhaut

Scheide

-         8-12 cm langer elastischer, bindegewebiger Muskelschlauch

-         Scheidenwand: 3 mm dicke Schicht aus unverhorntem Plattenepithel, einer dünnen Schicht glatter Muskulatur und Bindegewebe

-         Scheidensekret:

o       Sekret der Zervixdrüsen, abgestoßene vaginale Epithelzellen und durch die Scheidenschleimhaut hindurchgetretene Flüssigkeit

o       Aus dem Glykogen der abgeschilferten Zellen entsteht mit Hilfe von Milchsäurebakterien Laktat und dadurch der saure pH-wert von 4,5 oder niedriger zum Schutz vor Krankheitskeimen

Schamlippen

-         Die behaarten großen Labien begrenzen die Schamspalte und enthalten Talg-, Schweiß- und Duftdrüsen

-         Die kleinen Schamlippen sind meist erst bei Spreizen der großen Labien sichtbar, haarlose Hautfalten mit zahlreichen Talgdrüsen

-         Zwischen den kleinen Schamlippen liegt der Scheidenvorhof, davor die Klitoris

Scheidenvorhof

-         Hier münden die Harnröhre und etwas dahinter der Scheideneingang

Klitoris

-         bis zu 3 cm langer Schwellkörper

-         Ragt als rundes Knöpfchen zwischen den großen Labien hervor

-         Mit vielen sensiblen Nervenendigungen versorgt

-         Ist erektil, richtet sich bei sexueller Stimulation bis zu einem gewissen Grad auf

Vulva

-         Schamberg, Schambehaarung, große und kleine Schamlippen, Klitoris, Scheidenvorhof und Harnröhre

Die weiblichen Sexualhormone

-         Das Releasing-Hormon Gn-RH führt in der Pubertät zur Ausschüttung von FSH und LH im Hypophysenvorderlappen

o       FSH bewirkt in der ersten Zyklushälfte die Follikelreifung zum Graaf-Follikel und die Ausschüttung von Östrogenen aus den Ovarien

o       LH bewirkt in der Zyklusmitte zusammen mit dem FSH den Eisprung und die Umwandlung des Graaf-Follikels in den Gelbkörper, der das Gelbkörperhormon Progesteron und in geringeren Mengen Östrogene bildet

-         Wirkungen von Östrogenen

o       Fördern in der Pubertät die Ausprägung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale

o       Bewirken im Eierstock Eireifung und Selektion des Tertiärfollikels

o       Bestimmen den Aufbau des Endometriums besonders in der ersten Zyklushälfte

o       Sichern in der Schwangerschaft zusammen mit den Östrogenen aus der Plazenta Anpassung des mütterlichen Organismus und Wachstum und Entwicklung des Kindes

o       Bereiten die Brust zur Milchbildung und –abgabe vor

o       Haben eiweißaufbauende Effekte (schwächer als die männlichen Androgene)

o       Bestimmen Muster von Fettansatz, Gewebe-Wassereinlagerung, Knochenaufbau- und –wachstum sowie Körperbehaarung

o       Wirken auf das ZNS und beeinflussen so die Stimmung und das Verhalten

-         Wirkungen von Progesteron

o       Bewirkt die Vorbereitung des Endometriums für die Aufnahme der Frucht in der zweiten Zyklushälfte

o       Führt zur Erhöhung der Körperkerntemperatur in der zweiten Zyklushälfte

o       Lässt den Zervixschleim zäher werden

o       Verhindert nach der Befruchtung die Menstruation und unterstützt in der Frühschwangerschaft die Einnistung und das Wachstum des Embryos

o       Stellt die Gebärmutter in der Schwangerschaft ruhig

o       Bereitet die Milchbildung in den Brüsten vor

Menstruationszyklus

-         Dauer: ca. 25-35 Tage – Beginn mit dem 1. Tag der Menstruationsblutung, Ende mit dem Tag vor Einsetzen der nächsten Menstruation

-         Verursacht durch Hypothalamus – Hypophyse – Ovarien und den entsprechenden Hormonen

-         Bereitstellen eines befruchtungsfähigen Eis und Schaffen von optimalen Bedingungen zur Einnistung des Eis

-         Menstruation

o       Dauer: 3-7 Tage

o       Ablösen der Funktionalis und Ausstoßen dieser vermischt mit Blut

o       Mit Unterstützung durch Uteruskontraktionen

o       Gegen ende kommt es innerhalb der Funktionalis zum Sistieren der Blutung

-         Proliferationsphasen (Aufbauphase)

o       Aufbau der Funktionalis vom 5.-14. Tag

o       Einsprossen neuer Gefäße, Wachstum der Drüsen

o       Heranreifen der Follikel in den Eierstöcken

o       Östrogenausschüttung durch die Follikel fördert die Abgabe von FSH und LH aus der Hypophyse

o       Auslösung des Eisprungs

-         Sekretionsphase

o       Vom 15. Tag bis kurz vor der nächsten Menstruation

o       Durch die nach dem Eisprung i Gang kommende Sekretion von Progesteron wachsen die Drüsen stark und bilden reichlich Sekret

o       Vorbereitung des Endometriums auf die Aufnahme einer befruchteten Eizelle durch Einlagerung von Glykogen

o       Dringt ein befruchtetes Ei in die Funktionalis ein, so ernährt diese während der ersten zwei Wochen die Eianlage

-         Ischämiephase

o       Dauer: oft nur wenige Stunden

o       Kommt es nicht zur Befruchtung der Eizelle, bildet sich der Gelbkörper zurück und stellt seine Progesteronproduktion ein

o       Die Arterien im Endometrium ziehen sich zusammen, die Schleimhaut schrumpft, die Durchblutung der Funktionalis nimmt stark

o       Die entstehende Minderdurchblutung (Ischämie) führt zum Absterben der Funktionalis

Mammae – Brüste

-         Sekundäre Geschlechtsmerkmale

-         Entwicklung der Brust

o       Pubertät: aus der flachen Anlage des Drüsenkörpers bildet sich innerhalb von 1-3 Jahren unter dem Einfluss von Östrogenen und Progesteron die weibliche Brustdrüse aus

-         Aufbau

o       15-20 Drüsenlappen, durch lockeres Bindegewebe voneinander getrennt

o       Die Drüsenlappen setzen sich aus kleineren Läppchen zusammen

o       Die Läppchen setzen sich aus Milchsäckchen zusammen

o       Die Milchsäckchen werden von Zylinderepithel ausgekleidet

o       Jeder Lappen mündet mit einem Milchausführungsgang auf der Brustwarze

o       Eingebettet in ein mehr oder minder ausgeprägtes Fettpolster – Form und Größe der Brust

 

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